Als zweite Frage drängt sich auf, warum die Autoren nicht die großen Fernsehsender in ihre Detailanalyse miteinbezogen haben. Haller erklärt dies mit dem Aufwand, den Untersuchungen über die komplexen Zusammenhänge zwischen Bild und Sprache erfordern würden – dies "hätte unseren Rahmen bei Weitem gesprengt".

Auch ohne Auswertung von ARD und ZDF sind sich die Autoren sicher, dass der Journalismus eine beträchtliche Mitschuld an der "tiefen Spaltung" habe, die sich seit 2015 durchs Land ziehe. All die Dysfunktionen der Medien hätten "diesen polarisierenden und desintegrativen Prozess massiv gefördert".