Bloß nicht dran rumdrücken! Bloß nicht ausquetschen! Diesen Ratschlag hören und lesen Menschen, die von Pickeln geplagt werden, oft. Und er hat etwas für sich: Ein Pickel, den man in Ruhe lässt, ist eine ziemlich sauber abgekapselte lokale Entzündung, die innerhalb von drei bis sieben Tagen von selbst abheilt.

Drei bis sieben Tage? Sagen Sie das einem Teenager, der auf eine Party gehen will und einen großen, reifen Pickel im Gesicht hat. Der junge Mann oder die junge Frau will das Ding loswerden. Und dann nimmt er oder sie eben den Pickel zwischen zwei Finger und quetscht. Das kann gelingen, oft misslingt es eher. Durch den Druck kann der Eiter in tiefere Hautschichten gelangen, die Entzündung breitet sich aus, statt zurückzugehen. Es können auch von außen neue Bakterien in die Wunde eindringen. Dann drohen dem Gesicht längerfristige Schönheitsmakel wie Narben oder Hautverfärbungen.

Wird der Pickel dagegen fachmännisch behandelt, dann heilt er tatsächlich sehr schnell ab. Die erste Regel dabei: Die Prozedur sollte möglichst steril erfolgen. Also mit sauberen Händen und desinfizierter Haut (am besten mit Alkohol gereinigt). Zweitens: "Ausquetschen" ist das falsche Rezept. Denn es sollte möglichst wenig Druck auf den eitrigen Beutel ausgeübt werden, der die Flüssigkeit nach innen oder zur Seite drängen würde. Drittens: Der Pickel muss wirklich "reif" sein, sonst nützt die beste Technik nichts, und alles wird noch schlimmer.

Wer lieber auf Nummer sicher gehen will, überlässt die Sache den geübten Fingern einer Kosmetikerin, die dem Pickel mit Spezialgerät zu Leibe rückt. Sie öffnet ihn eventuell mit einer sterilen Nadel. Sollte die Pustel allerdings groß und rot sein, könnte es sich auch um einen Furunkel handeln – spätestens in diesem Fall ist der Hautarzt die beste Adresse.

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*Anmerkung der Redaktion: Der Name des Fragestellers wurde auf dessen Wunsch hin nachträglich geändert.