Oft zählt nur das richtige Timing. Bei ihm zum Beispiel waren sich ausnahmsweise alle einig – er ist der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Und er hat auch gleich mit klaren Worten seinen Anspruch an den neuen Job manifestiert, ließ keinen Zweifel, wie ernst er es meint. Auf sein Wort kann man zählen, sagen seine Freunde.

Bisschen viel Sitzfleisch, monieren seine Gegner. Aber man kann das auch positiv sehen: dass er einen langen Atem hat, und so was ist ja nicht verkehrt, wenn man ein Ziel oder gar Fernziel erreichen will.

Respekt hat er sich in langen Verhandlungen auch bei denen verdient, die anderer Meinung sind; nicht zuletzt mit einer Schenkung, die selbstlos und riskant war, aber Rettung brachte. Da sein, wenn er gebraucht wird – diese Einstellung hat der Vater einer erwachsenen Tochter früh gelernt.

Das Elternhaus war protestantisch, der Vater Tischler, die Mutter Arbeiterin, der Sohn schafft es an die Uni. Als Jura-Student entdeckt er nebenher die Kultur. Er interessiert sich für Musik und Kunst, Architektur und Literatur, will "den Blick von anderen auf die Welt kennenlernen". Stabile Freundschaften sind ihm wichtig, überhaupt Kontakt zu vielen Menschen, er kenne Gott und die Welt, heißt es.

Das alles macht ihn zum beliebten Zeitgenossen, und wer weiß, womöglich wäre jetzt der ideale Zeitpunkt gewesen, ihn für eine noch größere Aufgabe ins Gespräch zu bringen. Als es zu früh geschah, saß die Konkurrenz fest im Sattel. Schlechtes Timing halt. Wie zum Ausgleich hat er nun das vermutlich bessere Los gezogen. Wer ist’s?

Lösung aus Nr. 31:

Der letzte Staufer Konradin (1252 bis 1268), Enkel Kaiser Friedrichs II. und Sohn König Konrads IV., zog 1267 nach Italien, um sein Erbe in Süditalien und Sizilien in Besitz zu nehmen. Karl von Anjou besiegte ihn in der Schlacht von Tagliacozzo, die jedoch bei Magliano in den Abruzzen stattfand. Konradin wurde in Neapel verurteilt und geköpft