Im Pay-TV läuft ja gerade die siebte Staffel von Game of Thrones. Wird dort eine macht-bewusste Regentin mit komplettem Titel vorgestellt, können sich Zuschauer in der Zwischenzeit bequem ein Bier holen, das dauert nämlich. "Daenerys aus dem Hause Targaryen", heißt es dann, und weiter: "Erste ihres Namens, Königin der Drachenbucht, Königin der Andalen und der Ersten Menschen, Regentin der sieben Königslande, Beschützerin des Reiches, Mutter der Drachen, Sprengerin der Ketten, Khaleesi und Herrscherin des großen Grasmeeres." Game of Thrones ist die erfolgreichste Fernsehserie der Welt. Es kann mir keiner erzählen, dass dieser Erfolg nichts mit den vielen Titeln zu tun hat. Vielleicht war es ein Fehler, die Monarchie abzuschaffen.

Glücklicherweise hat sie als Marketingmaßname überlebt. In Form von Weinköniginnen etwa (derzeit Lena I., Beschützerin der Reben, Trinkerin des Rieslings, Stillerin des Durstes und so weiter). Und natürlich haben längst auch Nudelköniginnen auf den Thronen Platz genommen (Patricia I. bundesweit und Stephanie I. im Sub-Königreich Sachsen). Als Kartoffelkönigin herrscht Anna III. über deutsche Knollen, Lukas I. ist als Rettichkönig der erste Mann in dieser Position, und Bratwurstkönig Gerhard I. blickt auf eine gut 17 Jahre zurückreichende Ahnenreihe.

Alles in allem zählt die Arbeitsgemeinschaft Deutscher KönigInnen bundesweit mehr als 100 teils regionale Hoheiten, unter ihnen Apfel-, Bier-, Sonnenblumen-, Mais- und Bernsteinkönige oder -königinnen. Heimlich und von ihren Anhängern umjubelt, sind zahlreiche Parallelmonarchien entstanden. Verkaufstechnisch ist das ungeheuer praktisch. Empfehlen König oder Königin nämlich den Konsum von Wein, Birnen oder Bratwürsten, haben die Untertanen dem umgehend Folge zu leisten. Alles andere wäre Majestätsbeleidigung. Und wohin die führt, kann man bei Game of Thrones auch regelmäßig sehen.