Diese Woche: "Umweltprämie, die"

Mit der Umwelt ist das so eine Sache. Jeder hat eine andere Vorstellung davon. Die Autohersteller etwa, die eine "Umweltprämie" für den Kauf eines Neuwagens ausloben, wenn dafür ein alter Diesel verschrottet wird. Als das Wort zum ersten Mal auftauchte, vor acht Jahren, war es eher ein Konjunkturpaket für eine einzelne Branche. Weil aber damals viele Käufer auf kleinere Wagen umstiegen, ließ sich der Name halbwegs begründen. Heute zahlen die Hersteller die großen Summen nur für ihre Premiummodelle, bei Audi gibt es die 10 000 Euro etwa erst für die Kreuzer A8 und Q7. Solche Schwergewichte stoßen mehr Schadstoffe aus als Kleinwagen, für die es höchstens wenige Tausend Euro gibt. Das ist das eine Problem.

Das andere, gewichtigere sind die indirekten Emissionen, die während der Autoproduktion entstehen. Sie machen teils weit über die Hälfte der Schadstoffe aus, die ein Wagen während seiner Laufzeit verursacht. Am ökologischsten wäre es daher, auch die alten Kisten möglichst lange zu fahren (vom Radfahren ganz zu schweigen).

Wollte man also eine Umweltprämie ausloben, die ihren Namen verdiente, müsste sie genau andersherum konzipiert sein: je kleiner der Wagen, desto größer der Zuschuss. Davon, allerdings, hätten die Hersteller nichts.