Ein bekannter Reim lautet: "Neunzig Jahr: der Kinder Spott, / Hundert Jahr: Gnad’ dir Gott!" Und wie ist es mit hundertzehn? Früher konnte man auf Lebensalter-Tafeln eisgraue Gestalten finden, deren Schicksal man nicht unbedingt herbeisehnte.

Kommen wir zum ungarisch-kanadischen Schachspieler Zoltán Sárosy, der im Juni mit fast 111 Jahren als ältester Mann Kanadas starb. Trotz körperlicher Gebrechlichkeit geistig noch völlig klar, erinnerte er sich an seine Kindheit genauso wie ans Frühstück am selben Tag. Nach dem Geheimnis seiner Langlebigkeit gefragt, meinte er: "Sollte ich es herausbekommen, gehe ich zum Patentamt. Ich bin wie ein alter Gebrauchtwagen mit rostigem Gestell und wackligen Rädern, aber einem guten Motor."

1906 in Budapest geboren, lernte Sárosy dort Schach mit zehn Jahren in einem öffentlichen Park, um es bis zu seinem Tod buchstäblich hundert Jahre lang zu spielen und es zu Meisterehren in Ungarn und Kanada zu bringen. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er als Dolmetscher für Deutsch und Ungarisch, 1950 wanderte er nach Kanada aus und wurde nach einer Episode als Fliesenleger Geschäftsmann. Doch nie verließ ihn seine Schachleidenschaft, mit 93 begann er im Internet zu spielen – es ist wohl nie zu spät.

Bei dieser Partie war er 103 Jahre alt und hatte seinen Gegner völlig eingeschnürt, weshalb dieser aufgab.

Wie hätte Zoltán Sárosy nach 1...Dxd7 gewonnen? Apropos – wollen Sie nicht auch noch mit über hundert spielen?!

Lösung aus Nr. 34:

Mit welchem krachenden Coup setzte Weiß in 2 Zügen matt?

Nach dem glänzenden Damenopfer 1.Dg6+! war es immer im nächsten Zug matt: 1...Sxg6 2.Sxh6 matt oder 1...Txg6 2.Sxe7 matt. Schwarz versuchte noch ebenso vergeblich 1...fxg6 2.Sxh6 matt