Yoko Ono, die amerikanische Künstlerin und Witwe von John Lennon, hat dem Yoko Mono, einer Kellerkneipe im Karolinenviertel, die Verwendung ihres Namens gerichtlich untersagen lassen. Die Begründung: Ono, Mono, das geht nicht, das kann man leicht verwechseln. Die Klage kommt spät (17 Jahre lang gab es die Kneipe unter diesem Namen), um genau zu sein, sogar zu spät (seit anderthalb Wochen ist das Yoko Mono geschlossen, weil der Mietvertrag beendet wurde).

Trotzdem hat der Fall unter Hamburgs Feiernden Besorgnis ausgelöst. Wird das Landgericht auch anderen Häusern ihre Namen verbieten? Etwa dem Crazy Horst auf St. Pauli? Gibt’s auch schon ewig, heißt aber so ähnlich wie Crazy Horse, die Begleitband von Neil Young. Oder die Barbarabar einige Straßen weiter: Denkt man da nicht gleich an die Schöneberger? In Wilhelmsburg gibt es eine Kneipe namens Minibar Moralia. Dort hatte schon mancher intellektuelle Erscheinungen ("Es gibt kein richtiges Leben im falschen ... aber Bourbon-Highballs und Wasabi-Nüsse!"), doch der Name ist von Adorno geklaut. Jetzt könnte der Suhrkamp Verlag klagen oder das Frankfurter Institut für Sozialforschung.

Was ist mit dem Titanic, einem Irish Pub in der Stresemannstraße: Gehören die Namensrechte womöglich James Cameron? Und Bogart’s Shisha-Bar in Bahrenfeld: Bisher klang der Name bloß albern (Humphrey Bogart rauchte bekanntlich Zigaretten). Jetzt erscheint er hochriskant.

Vor allem aber ist eine Kneipe in Eimsbüttel gefährdet: John Lemon heißt die, wie der Beatles-Sänger. Dass dessen Witwe keinen Spaß versteht, hat sie ja gerade erst bewiesen.