Dieser Abend ist der Beweis, dass ein auf den ersten Blick schäbiger Ort prächtig und ein prächtiger Ort sehr schäbig wirken kann.

Das Blockbräu, eine Biergaststätte an den Landungsbrücken. Man dachte: typische Mampf- und Abfüllstation für Touristen, die das Glück hat, direkt am Hafen zu liegen. Dann betritt man die Terrasse. Gepflegtes Holz, schlicht und geschmackvoll eingedeckte Tische, schöne Sonnenschirme. Und der Blick! Als sei man auf dem Deck eines Ozeandampfers gelandet, der seinerseits haltmacht vor der Elbphilharmonie und dem Dock 17. Wer Besuch hat von außerhalb oder ein erstes Sommerdate plant, der sollte hier hingehen.

Das Restaurant gehört zur Block-Unternehmensgruppe. Deren Marketingabteilung hatte eingeladen, ein paar Prominente, ein Dinnerbuffet, anschließend mit der Barkasse hinüber zur Elphi. Man fuhr an der Rickmer Rickmers vorbei, die Masten hineingeritzt ins wolkenlose Blau. Das Konzerthaus erscheint in der Abendsonne als metallisch funkelnder Zackenfisch.

Dann: die Show im Großen Saal. Wenigstens ist das Ganze für einen guten Zweck, die Initiative "Kinder helfen Kindern" wird mit Spenden gefördert. Der Moderator: moderiert nicht, sondern blafft lieblos Überleitungen von der Bühne. Der Pantomime: importiert aus den Fünfzigern. Der Kabarettist: dito. Eine Sängerin, die Timbre mit Juchzen verwechselt.

In der Pause geht man. Vor dem Haus gibt es Public Viewing mit Klassik. Nach ein paar Takten ist alles wieder gut.