Alfred Dorfer © Peter Rigaud

Am 15. Oktober steht in Tirol ein ganz entscheidendes Plebiszit an. Nein, nicht die Nationalratswahl, die läuft einfach so mit. Es geht um Olympia. Und um ganz sicher zu gehen, hat sich die schwarz-grüne Mehrheit eine interessante Fragestellung ausgedacht. "Soll das Land Tirol ein selbstbewusstes Angebot für nachhaltige, regional angepasste sowie wirtschaftlich und ökologisch vertretbare Olympische und Paralympische Winterspiele Innsbruck-Tirol 2026 legen?" Ökologisch kommt vor, das ist eindeutig die Handschrift der Grünen, die für ein "skeptisches Ja" plädieren. Auf dem Stimmzettel wird diese Option vermutlich kaum aufscheinen, da gibt’s nur Ja oder Nein. Zudem liest man das Modewort "nachhaltig", also werden die Spiele sicher ein green event, besonders wenn der Schnee ausbleibt. Der Landeshauptmann kann diese schwierige Frage beantworten, mit Ja ohne Skepsis, aber das sei keine Wahlempfehlung. Denn das Wahlvolk sei mündig genug, um diese No-Na-Frage beantworten zu können. Das steht zu hoffen, denn besonders die ältere Bevölkerung hat nur allzu gut die letzten beiden Spiele in Erinnerung. Steuerfreiheit, vor allem für das IOC und seine, sagen wir es vorsichtig, nicht immer ganz transparenten Strukturen. Rentabilität, die im Land blieb, in welchem auch immer, sicher nicht in Tirol. Weitgehend unbrauchbare Bausubstanz für die Zeit nach den Spielen und horrende Immobilienpreise. Natürlich ist es kein Zufall, dass beide Wahlen gleichzeitig abgehalten werden. Bei einer Solo-Abstimmung über die Spiele könnten ja vielleicht primär die Gegner zur Urne schreiten. In jedem Fall ein schönes Beispiel, dass direkte Demokratie manchmal ziemlich nahe an der Volksverblödung vorbeischrammt. Olympia wir kchommen!