Petra Bahr ist Landessuperintendentin für den Sprengel Hannover. In ihrer Kolumne geht sie der großen Politik im Alltag auf den Grund. © Kulturrat der EKD

Ist das jetzt schon wesentlich oder noch unwesentlich? Die Sommerferien sind auch in Hamburg und Bayern vorbei. Kinder holen ihre Ranzen aus der Ecke, die neuen Hefte sind noch verheißungsvoll. Ob es für jedes Fach Lehrer gibt, ist noch offen, die Klassen sind riesig, doch der Aufreger nach dem Sommerloch: nicht die Schulpolitik, die so tut, als seien plötzlich lauter Sechsjährige vom Himmel gefallen, die nun in Stuhlreihen hinter letzten Stuhlreihen Platz nehmen. Aufreger in allen Medien sind die Eltern, diese überbehütenden, SUV fahrenden Egomanen. Natürlich wäre es besser, wenn Kinder sich allein auf den Schulweg machen könnten. Das ist gut fürs Selbstbewusstsein – und sicherer ist es auch.

Nur wird über dem Geschimpfe, den Experteninterviews und dem pädagogischen Rat von stolzen Nichtpädagogen in Wartezimmern und Bäckereien vergessen, dass die wichtigen Themen nicht vor, sondern in der Schule lauern. Wie werden die Kinder in den riesigen Klassen eigentlich lernen? Wie kann in so einer Schule auch noch inklusiv und zugewandt mit Blick auf jedes einzelne Kind so etwas wie Bildung im empathischen Sinne sich ereignen, wenn nicht mal eine gemeinsame Sprache die Kinder verbindet?

Was da auf die schmalen Rücken der nächsten Generation geladen wird, kann sich auf Dauer nicht hinter den parkenden Autos vor der Schule verstecken. Da hilft auch keine Polizei.