Es geht nicht um ganz Hamburg, es geht um Teile von Hamburg. Etwa um Eimsbüttel, Altona-Nord oder St. Pauli. Dort, vor allem in Rinnsteinen und auf den "Grünstreifen", zwischen Fahrbahnen und Fußweg, sammelt sich Müll. Und bleibt liegen. Auf Grünflächen und in Parks dasselbe, zum Entzücken der sonntäglichen Spaziergänger. Zwar gibt es eine Hotline (Telefon 25 76 11 11) und sogar eine App, auf denen man Verschmutzungen melden kann. Aber selbst wenn dann die Tatortreiniger anrücken, bleibt der Kleinmüll zurück. Lässt sich an der Verdreckung, die so viele stört, nichts ändern?

Nun, Sauberkeit ist eine echte Herausforderung. Die Kehrmaschinen der Stadtreinigung kommen bei der Säuberung der Rinnsteine an den Stellen nicht weit, wo viele Autos parken. Dann müssen Mitarbeiter zu Besen und Harke greifen. "Mit knappem Personal", so Reinhard Fiedler von der Stadtreinigung, "können wir nicht mit der Intensität und Häufigkeit reinigen, wie es sich die Anlieger wünschen." Für die Sauberkeit in Grünanlagen, außer denen in Mitte, sind die Bezirke zuständig; dort seufzt man erst recht über fehlendes Personal.

Auf den "Grünstreifen" zwischen Straße und Fußweg sowie um die Straßenbäume herum wird zurzeit "nur im Rahmen der Verkehrssicherheit" gesäubert, erklärt Andree Möller von der Stadtreinigung. Das heißt? "Wir sammeln nur grob ab", sagt Möller. "Das hohe Grüne behindert uns hier sehr." Kann man dieses hohe Grün nicht einfach kürzen? So einfach ist das nicht: Das ist Sache der personalknappen Bezirke.

Bevor Sie nun als Eimsbütteler, Altona-Nordler oder St. Paulianer empört diese Zeitung zur Seite werfen: Es gibt Hoffnung. Ab 2018 soll das Senatsprogramm "Hamburg – gepflegt und grün" greifen. Das kostet; Rechenbeispiele gehen von rund 130 Euro im Jahr für Hauseigentümer und zehn Euro für Mieter aus. Aber dafür soll die Stadt wirklich sauberer werden. Künftig ist die Stadtreinigung für alle Grünanlagen zuständig und soll alle Grünstreifen, so Möller, "auch ästhetisch" sauber halten. Dafür wird das Personal um 400 Leute aufgestockt (Bewerber willkommen).

Und um endlich auch mal die zu bedenken, für deren Rücksichtslosigkeit wir alle zahlen müssen: Erstmals darf die Stadtreinigung ein Bußgeld gegen erwischte Müllsünder verhängen, von bis zu 8.000 Euro. Ein Traum. Hoffentlich hilft’s.