Was zählt, ist Lage, Lage, Lage. Diese aus der Immobilienbranche stammende Weisheit haben sich die Hersteller von Toilettenpapier zunutze gemacht. Mit erstaunlichem Erfolg, wie sich nun herausstellt. Das belegt einmal mehr: Es lohnt sich, über den eigenen Teller- beziehungsweise Schüsselrand zu blicken.

Dabei konnten sie nicht nur das Geheimnis der Makler und Bauträger erkennen, die am Immobilienboom der vergangenen Jahre wunderbar verdient haben. Nein, sie konnten es auch kopieren und für eigene Zwecke verwenden. Und das nur wegen Lage, Lage, Lage. Beziehungsweise, wie es korrekt heißen müsste: Lage, Lage, Lage, Lage, Lage.

Je mehr Lagen ein Toilettenpapier hat, desto mehr Geld bringt es. Am besten sind fünf. Das Branchenmagazin Rundschau für den Lebensmittelhandel nennt in seiner jüngsten Ausgabe verblüffende Daten. Demnach gingen die Umsätze mit ein- und zweilagigem Toilettenpapier zwar zwischen April 2016 und April 2017 zurück. Bei den drei-, vier- und fünflagigen Varianten wuchsen sie jedoch um 1,6, 6,2 und 13,1 Prozent, während selbst die Wohnungsmieten in München-Bogenhausen nur um fünf Prozent gestiegen sind. Völlig klar, was passieren wird, wenn sich die Klopapierfirmen nach der Immobilien- von der Rasierklingenbranche inspirieren lassen. Dann kommen schnell noch ein, zwei oder drei weitere Lagen hinzu. Irgendwann dürfte die Mehrlagigkeit zulasten der Handhabbarkeit gehen, aber das muss der Markt entscheiden.

Faszinierend bleibt der Zusammenhang zwischen Preis und Lage. Clevere Verbraucher werden sofort erkannt haben, wie sie den Preis drücken können, ohne auf Komfort verzichten zu müssen. In Deutschland werde Toilettenpapier öfter gefaltet als geknüllt, schreibt die Rundschau. Man kann sich mehrlagiges Toilettenpapier also auch ganz leicht selber machen. Einfach das einlagige kaufen und zusammenlegen. Kostet ja nicht viel.