Soll niemand sagen, die deutsche Wissenschaft habe sich in den letzten Jahren nicht entschlossen am eigenen Wickel gepackt. Mit Wettbewerbsformaten für Exzellenz-Titel, guter Lehre und regionalen Verbünden zeigen die Hochschulen und Forschungseinrichtungen, wer sie sind. Man stählt die Muckis, die man hat.

Jetzt kommt ein neues Format: die Max Planck School. Deutschlands Forschungskoryphäen unterschiedlicher Einrichtungen und Standorte sollen hier jährlich 20 bis 50 besonders begabte, international rekrutierte Studierende ausbilden, teils über eine sogenannte Fast-Track-Promotion, die nach dem Bachelor ansetzt. Auf eine zweijährige Ausbildung in Vorlesungen und Seminaren folgt die Promotion. Dem Bundesforschungsministerium ist diese Idee 45 Millionen Euro wert, zunächst für eine fünfjährige Testphase, die kontinuierlich evaluiert wird. Acht Anträge hat es gegeben, drei Schools wurden auserkoren: im Bereich Kognitionswissenschaft, in der Photonikforschung und im Feld der physikalischen und chemischen Prozesse des Lebens.

Der Anspruch ist maximal. Martin Stratmann, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft und Erfinder der Schools, sagt: "Wir wollen hier das eine Prozent der besten Studierenden ausbilden. Eine weltweite wissenschaftliche Elite." Spitzenforschung und -lehre, nächste Stufe.

Stratmann beschreibt die Schools als "orthogonal zum System". Frei übersetzt heißt das: Sie brechen radikal mit der Vorstellung, Exzellenz lasse sich in irgendeinem Gebäude einhegen. Nicht nur sind – obwohl Max Planck draufsteht – auch Fraunhofer, Leibniz und Helmholtz drin, auch reichen die Schools über klassische Fakultäts- und Fächergrenzen hinweg. Und: Beworben werden sie international nicht zuallererst mit den Titeln der beteiligten Institutionen, sondern mit den Namen der Spitzenforscher.

Die größte Aufgabe für die Max Planck Schools wird es nicht sein, das eine Prozent der klügsten Köpfe zu gewinnen, sondern diese Elite nicht noch weiter vom restlichen Wissenschaftsbetrieb zu entkoppeln.