Martin Schulz hat nun wissen lassen, wie seine Lieblingsbücher heißen: Jenseits von Eden und Früchte des Zorns, beide von John Steinbeck. Ähnlich selbsterklärend für einen Kanzlerkandidaten mit sich verflüchtigenden Siegeschancen wären zwar auch Margaret Mitchells Vom Winde verweht und Ernest Hemingways Wem die Stunde schlägt gewesen. Aber Schulz’ politische Selbstverortung via Weltliteratur besitzt auch so Vorbildcharakter. Alexander Gauland etwa müsste 100 Jahre Einsamkeit von Gabriel Garcia Márquez sowie Die Verwirrungen des Zöglings Törleß von Robert Musil zu seiner Lieblingslektüre erklären – schon würde man besser verstehen, warum der AfD-Mann immer öfter so einsam wirres Zeug daherredet. Angela Merkel wiederum brauchte nur Alice im Wunderland zu sagen – und man wüsste, wie sie sich an ihrem ersten Tag als Kanzlerin fühlte. Wie in einer Schönen neuen Welt halt.

Karl-Theodor zu Guttenberg spielt natürlich in seiner eigenen weltliterarischen Liga: Sein Leben offenbart sich in einer bunten Abfolge von Meisterwerken: Der kleine Prinz, Der Schaum der Tage, Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht, Schuld und Sühne, Die Rückkehr des Tanzlehrers.