Martin Schulz hat Angela Merkel angeboten, nach der Wahl in sein Kabinett einzutreten und Vizekanzlerin zu werden. Das hört sich zwar ein bisschen so an, als hätte der Präsident des SV Elversberg Lionel Messi angeboten, nach der Winterpause in die Regionalliga Südwest einzutreten, um dort rechter Verteidiger zu werden. Oder als hätte Florian Silbereisen Mick Jagger vorgeschlagen, die Rolling Stones könnten doch bei der nächsten Tournee der Wildecker Herzbuben ins deutsche Volksmusik-Nirwana übersiedeln und Vorgruppe sein. Aber mir ist der Schulzsche Vorstoß überaus sympathisch.

Ich gehe nämlich schon länger mit der Idee schwanger, meinem Chefredakteur anzubieten, ins Berliner Hauptstadtbüro zu wechseln und mein persönlicher Referent zu werden. Ich möchte aber gleichzeitig meine Büroleiter nicht übergehen und damit verärgern. Schließlich haben beide durchaus das Zeug dazu, jederzeit in mein Büro einzutreten und Vize-Dausend zu werden. Mir ist nur wichtig, dass mir jemand all den Unsinn vorsortiert, der in diesem Wahlkampf und seinen Protagonisten steckt. Oder, um es im siegestrunkenen Deutsch der FDP zu sagen: Dausend first. Bedenken second.