Billiger wohnen – Seite 1

CDU/CSU: Baukindergeld plus Neubauten

Die Union will Familien zu Wohneigentum verhelfen. Wer baut oder kauft, soll über zehn Jahre ein jährliches Baukindergeld von 1.200 Euro pro Kind erhalten. Wer sich erstmals eine selbst genutzte Immobilie zulegt, soll außerdem bei der Grunderwerbsteuer entlastet werden. Wie hoch der Freibetrag dabei ausfallen soll, verrät die Union allerdings nicht.

Um die Lage auf dem Mietmarkt zu verbessern, will die Union ebenfalls mehr bauen – statt die Mieten zu regulieren. Sie strebt den Neubau von 1,5 Millionen Wohnungen während der nächsten Legislaturperiode an. Die Umwandlung von landwirtschaftlichen Flächen in Bauland soll steuerlich gefördert werden, wenn die Eigentümer die daraus gewonnenen Einkünfte in den Bau von Mietwohnungen investieren. Außerdem will die Union den Neubau von Mietwohnungen durch bessere Abschreibungsmöglichkeiten anregen.

SPD: Familienbaugeld und Preisbremse

Familien mit mittleren oder geringen Einkommen sollen nach dem Willen der SPD ein sozial gestaffeltes Familienbaugeld bekommen, um leichter Wohneigentum erwerben zu können. Zur Höhe macht die Partei im Wahlprogramm keine Angaben. Käufer sollen zudem seltener als heute die Maklergebühren tragen müssen. Das bisher im Mietmarkt bekannte Bestellerprinzip will die SPD auch auf Immobilienkäufe übertragen.

Verschärfen will die Partei die Mietpreisbremse. So sollen Vermieter zur Auskunft über die Höhe früherer Mieten verpflichtet werden. Überhöhte Zahlungen sollen Mieter leichter zurückfordern können. Außerdem möchte die SPD eine Grenze für Mieterhöhungen nach Modernisierungsmaßnahmen einführen und es Vermietern erschweren, wegen Eigenbedarfs zu kündigen. Für mehr Sozialwohnungen in staatlichem Eigentum tritt die Partei ebenfalls ein.

Die Linke: Mietvollbremse trifft Sozialbau

Die Linke will Immobilienspekulation einschränken und Mieten weitgehend regulieren. Dazu soll unter anderem die Enteignung von Grundbesitz zum Wohle der Allgemeinheit erleichtert werden. Veräußerungsgewinne aus gestiegenen Bodenpreisen sollen abgeschöpft und für sozialen, kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsbau verwendet werden. Die Linke will jährlich 250.000 Sozialwohnungen schaffen.

Fünf Milliarden Euro fließen dem Wahlprogramm zufolge in die Bekämpfung von Wohnungsnot, gemeinnütziger Wohnungsbau wird steuerlich gefördert. Ansonsten plant die Linke einen Bremskraftverstärker für Mietpreise. Sie will Höchstgrenzen einführen und Verstöße unter Strafe stellen. Ein Register soll alle bisherigen Mieten von Wohnungen erfassen. Zwangsräumungen sollen erschwert, bei drohender Obdachlosigkeit sogar verboten werden.

Konzept von Grüne, FDP und AfD

Grüne: Daseinsvorsorge statt Luxusbäder

Weniger Finanzinvestoren, mehr Steuern auf Immobilienhandel – so lautet der Vorschlag der Grünen. Der Bund soll Wohnen als Teil öffentlicher Daseinsvorsorge verstehen und Grundstücke aus seinem Besitz zu Sonderpreisen an Kommunen oder gemeinwohlorientierte Träger abgeben. Eine Million Wohnungen soll neu gebaut und sozial gebunden werden.

Statt in den Bau von Luxusobjekten soll Geld in die Errichtung von preiswertem Wohnraum fließen. Dazu sollen Modernisierungskosten nicht mehr im selben Umfang wie heute auf die Miete umgelegt werden können. Die Mietpreisbremse wollen die Grünen dadurch anziehen, dass sie unter anderem die Zeitspanne ausdehnen, in der Mieterhöhungen unzulässig sind. Ein Klimazuschuss zum Wohngeld soll es Bürgern mit niedrigem Einkommen außerdem erleichtern, energieeffizient zu wohnen.

FDP: Bremse weg, Freibetrag her

Kernpunkt des FDP-Programms ist ein Freibetrag von 500.000 Euro, bis zu dem keine Grunderwerbsteuer anfällt. Mittelschichtsfamilien sollen es leichter haben, Eigentum zu kaufen. Für Unternehmen soll diese Steuererleichterung aber nicht gelten.

Parallel dazu will die FDP die Mietpreisbremse abschaffen, da diese Investitionen in zusätzlichen Wohnraum behindere. Die meisten Wohnungen würden von Privatpersonen vermietet, die ohnehin nicht an überzogenen Renditen interessiert seien. Stärkere Regulierungen würden sie von Neubau und Sanierung abschrecken, der Mangel an bezahlbarem Wohnraum würde so eher größer. Den Zugang zu Sozialwohnungen will die FDP auf Härtefälle begrenzen. Zugleich soll es zahlungsschwachen Mietern durch ein individuell zugeschnittenes Wohngeld erleichtert werden, auf dem regulären Mietmarkt eine Wohnung zu finden.

AfD: Weniger Regeln, mehr Bauland

Die Mietpreisbremse ist für die AfD eine "planwirtschaftliche" Idee. Investitionen in den Wohnungsbau erreiche man nicht durch Regulierung, sondern durch die Ausweisung neuer Baugebiete sowie die Senkung von Grund- und Grunderwerbsteuer. Darüber hinaus möchte die Partei das Baurecht vereinfachen und aus ihrer Sicht überflüssige Vorschriften streichen – wie etwa Vorgaben zur Wärmedämmung von Gebäuden. Detailliertere Angaben macht die AfD zu ihren Plänen allerdings nicht.

Stichpunktartig führt sie auf, was sie sonst noch plant. Sie will genossenschaftliches Wohnen fördern. Wohngeld für finanzschwache Mieter soll es weiterhin geben. Den Erwerb von Grundeigentum will die AfD unterstützen, indem der Staat dafür Liegenschaften aus seinem Besitz bereitstellt. Ansonsten sollen "geeignete Rahmenbedingungen" geschaffen werden – was auch immer das heißt.