Es stimmt also, was die Beatles gesungen haben: Money can’t buy me love – für Geld kann man sich weder echte Liebe noch wahre Freundschaft kaufen. Gute Freunde sind Geld und Glück aber allemal. Vom Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki soll das Bonmot stammen: Geld allein macht nicht glücklich, aber wenn ich traurig bin, weine ich lieber im Taxi als in der Straßenbahn.

Lektion 2: Nicht auf Boni verlassen

Was bedeuten die Erkenntnisse für das nächste Gespräch mit dem Chef? Wenn Gehaltszuwächse das eigene Glück immer weniger steigern, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sehr viel mehr Geld verlangen – bringt ja sonst kaum etwas. Oder überlegen, ob mehr Urlaubstage die eigene Zufriedenheit nicht mehr steigern als ein höheres Gehalt. Eine aktuelle Studie der London School of Economics zeigt: Auf die Work-Life-Balance kommt es mehr an als aufs Salär allein.

Wer sich für die nächste Gehaltsverhandlung wappnen will, sollte auch die Forschung von Christian Bayer berücksichtigen. Der Ökonomie-Professor der Uni Bonn hat mit einem Kollegen untersucht, wie der Einkommenszuwachs aussehen muss, um die persönliche Zufriedenheit zu erhöhen. Die Wissenschaftler haben dafür eine Langzeitbefragung von 1984 bis 2010 ausgewertet. Sie fanden heraus, dass mehr Geld tatsächlich glücklicher macht, allerdings nur, wenn das Gehalt dauerhaft steigt. Eine vorübergehende Erhöhung hatte keinen Einfluss, selbst wenn sie hoch ausfällt. "Der einmal gezahlte Bonus verpufft gefühlsmäßig schnell", sagt Bayer. Jeden Monat 200 Euro mehr auf dem Konto können das Glücksgefühl dagegen langfristig steigern.

Lektion 3: Erlebnisse kaufen

Geld bringt wenig, wenn man damit nichts anstellt. Aber wie kann man es glücksbringend ausgeben? Diese Frage haben sich die Psychologie-Professorin Elizabeth Dunn von der University of British Columbia und der Marketing-Professor Michael Norton von der Harvard University gestellt und für ihr Buch Happy Money bestehende Untersuchungen ausgewertet und selbst Experimente angestellt.

Sie schlagen zum Beispiel vor, mehr Geld für Erlebnisse statt für materielle Dinge auszugeben. Eine Reise mit der Familie, ein Konzertbesuch mit Freunden oder ein besonderes Abendessen können demnach das Glücksgefühl mehr steigern als ein neuer Fernseher oder ein weiteres Paar Schuhe. Der Grund ist, dass man sich nach kurzer Freude über die neue Anschaffung wiederum schnell daran gewöhne. Länger im Gedächtnis blieben hingegen Erfahrungen, selbst wenn sie nicht durchweg positiv sind.

Befragungen haben auch gezeigt, dass Menschen Warenkäufe vielfach bereuen. Negative Erlebnisse hingegen speichern sie eher als lehrreiche Erfahrung ab, die sie anschließend nicht mehr missen wollen. Anders als bei Fehlkäufen haben sie das Gefühl, persönlich daran zu wachsen. Die Autoren empfehlen außerdem, sein Geld so einzusetzen, dass möglichst wenig Zeit für unangenehme Tätigkeiten draufgeht. Sie nennen das "Zeit kaufen". Eine Spülmaschine ist in dieser Hinsicht sinnvoll, aber auch die Putzhilfe, der Lieferservice oder ein Gärtner, jedenfalls, wenn man nicht selbst gerne in der Erde buddelt. Auch sollte man überdenken, ob es wirklich lohnt, stundenlang Preise im Internet zu vergleichen, um fünf Euro zu sparen. Oder ans andere Ende der Stadt zu fahren, um ein paar Cent beim Tanken zu sparen.