I. Hammerpreis plus x

Wenn der Auktionator "... und zum Dritten" verkündet und den Hammer fallen lässt, wird der erfolgreiche Bieter zum Taschenrechner greifen. Zahlen muss er nämlich weit mehr. Zu dem sogenannten Hammerpreis kommen noch zahlreiche Zusatzkosten hinzu.

Solche Gebühren haben schon die Römer eingeführt. Versteigerten sie etwas, erhielt der Auktionator ein Prozent des Endpreises. Kaiser Augustus führte später eine Steuer ein und verdoppelte so den Aufschlag auf zwei Prozent. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts wurden Buch- und Kunstauktionen populär, bei denen Erwerber lange nur den Zuschlagpreis bezahlen mussten. Skandalös war es also, als das Auktionshaus Christie’s 1974 erstmals ein Aufgeld von zehn Prozent für seine Dienste verlangte. Geholfen haben die Proteste nicht: Nur zwei Tage später zog Konkurrent Sotheby’s nach.

II. Was man zahlen muss

Die Ergebnislisten der Auktionshäuser nennen gewöhnlich einen Endpreis, der das Aufgeld einschließt. Dieses beträgt selten weniger als 25 Prozent des Hammerpreises, hinzu kommen auf das Aufgeld bei der weithin üblichen Differenzbesteuerung 19 Prozent Mehrwertsteuer (die nicht gesondert ausgewiesen wird und darum nicht weitergereicht werden kann). Beim Auktionshaus Grisebach in Berlin mit 30 Prozent Aufgeld ist die Mehrwertsteuer schon eingerechnet. Wurde das Werk aus einem Land importiert, das nicht der Europäischen Union angehört, sind außerdem sieben Prozent Einfuhrumsatzsteuer zu zahlen. Und wenn der Künstler nach 1947 geboren wurde, werden zu seinen Gunsten zusätzlich 1,8 Prozent als Folgerechtsabgabe auf den Zuschlag fällig.

III. Millionäre haben es besser

Anders ist es bei der Regelbesteuerung, wenn ein Vorsteuerabzug geltend gemacht werden soll. Dann ist der Gesamtbetrag mehrwertsteuerpflichtig. Das erklärt das Kölner Kunsthaus Lempertz anhand einer Rechnung für zeitgenössische Kunst: Bei dem Zuschlag von 1.000 Euro sind 240 Euro als Aufgeld und auf den Gesamtbetrag 235,60 Euro Mehrwertsteuer sowie 18 Euro Folgerechtsabgabe zu zahlen. Also insgesamt 1.493,60 Euro. Millionäre haben es da, relativ gesehen, besser: Bei Sotheby’s reduziert sich das Aufgeld bei Hammerpreisen von zwei Millionen Pfund oder drei Millionen Dollar, bei Christie’s bei solchen von drei Millionen Pfund oder vier Millionen Dollar auf 12,5 Prozent.