Wer kürzlich als Besucher zur Kunstmesse Art Berlin in den industriellen Hallen am Gleisdreieck wollte, musste 16 Euro für das Tagesticket ausgeben. Viel Geld – aber wenig im Vergleich zu den Kosten der Aussteller. 225 Euro kostet ein Quadratmeter Messeplatz auf der Art Berlin, die gleichzeitig stattfindende Positions berechnet 280 Euro. Bei der im Frühjahr stattfindenden Art Cologne, der umsatzstärksten Kunstmesse in Deutschland, sind es sogar 322,60 Euro. Auf internationalen Messen wird noch mehr verlangt. Auf der weltweit bedeutendsten Messe zeitgenössischer Kunst, der Art Basel, war der Quadratmeterpreis im Juni dieses Jahres auf 790 Franken gestiegen. Deren amerikanischer Messe-Ableger Art Basel Miami Beach berechnet 865 Dollar. Nicht eingerechnet sind Beleuchtung, Stellwände und andere Nebenkosten, von Transport und Versicherung der Kunst ganz zu schweigen. Während sich kleine gerahmte Bilder noch verhältnismäßig leicht transportieren lassen, kann allein die Aufstellung einer großen, schweren Bronzefigur schnell in die Tausende gehen. Galeristen von außerhalb zahlen außerdem für die Reise, die Übernachtung der Mitarbeiter, und im Ausland kann auch der Zoll Aufwand bereiten. Darüber hinaus müssen manche Galerien ihre Künstler und Sammler während der Messen auch noch mit schicken Abendessen bei Laune halten, sodass die Kosten in Basel oder Miami schnell im sechsstelligen Bereich liegen. Mehr als 70 Prozent aller Kunsthändler gehen trotzdem auf Messen. Nirgendwo sonst knüpfen sie so viele Kontakte zu Sammlern.