Manche Privatleute geben mehr Geld für Bilder und Skulpturen aus als die großen Museen. Auf der Liste der Sammler, die das Kunstmagazin Artnews jüngst veröffentlicht hat, stehen die 200 mächtigsten. Ganz oben: der russische Oligarch Roman Abramowitsch, der mit seiner Ex-Frau Darja Schukowa das Garage Museum of Contemporary Art in Moskau gegründet hat. Die nächsten Plätze belegen der Indonesier Haryanto Adikoesoemo und Mohammed Afkhami aus Dubai. Die ersten deutschen Sammler tauchen auf Platz 20 auf – Karen und Christian Boros aus Berlin.

Was die Sammler über die Kontinente vereint, sind die Quellen ihrer Vermögen. Artnews hat ermittelt, dass nahezu 40 Prozent der großen Sammler im Finanzbereich tätig sind: als Hedgefonds-Manager oder Investoren. 17 Prozent verdienen ihr Geld mit Immobilien, knapp 10 Prozent kommen aus der Modebranche. Den geringsten Anteil haben Sammler aus dem Entertainment-Bereich (4 Prozent) und solche, die im Verlags- und Mediengeschäft tätig sind (5 Prozent).

Nicht nur in bestimmten Branchen, auch in bestimmten Weltregionen findet man besonders viele Kunstsammler: In den US-Staaten zählt Artnews 113 große Kollektionen, in Afrika wie in Australien jeweils nur eine. Allerdings weist das Magazin darauf hin, dass es nur jene Sammler berücksichtigen kann, die ihre Erwerbungen zu einem öffentlichen Ereignis machen. Nicht jeder postet schließlich per Instagram, was er soeben ersteigert hat, wie es der japanische Unternehmer Yusaku Maezawa (Platz 99) tut. Diskretere Charaktere bleiben unsichtbar im Ranking, und es klingt ein bisschen, als habe das älteste amerikanische Kunstmagazin vor ihnen besonderen Respekt.