Man mag es gar nicht laut sagen, aber mit Jamaika wird schon jetzt alles besser. Es fing damit an, dass die Bundestagswahl – von der CSU bazimäßig eingefädelt – just an dem Wochenende stattfand, an dem das Münchner Oktoberfest (die "Wiese", wie Einheimische liebevoll sagen) seinen ersten Höhepunkt erreichte. Prompt endete die Wiese heuer am Tag der Deutschen Einheit. Hatte Horst Seehofer nicht frühzeitig versprochen, sämtliche verzehrten Ochsen und gestemmten Maß Bier in den Länderfinanzausgleich 2018 einzuspeisen? Eben. Am Ende waren es 127 Ochsen (ganze) und 7,5 Millionen Maß Bier (volle), gràcies, ihr tüchtigen Katalanen, dankchschian, liebe Tiroler, die ihr traditionell die stärksten fremdländischen Besuchergruppen stellt! Was Völlerei und Saufen in Zelten mit Separatismus zu tun haben, lesen Sie bitte im dicken Rest dieser Zeitung. Das Bezahltwerden in Naturalien jedenfalls finden ärmere Bundesländer wie Berlin oder Sachsen supi, sexy, klar, wenn es zu Hause nur Schultheiss gibt und Quarkkeulchen. Das Kleingedruckte aber wollen sie mal wieder nicht wahrhaben, und so drohen die Bayern nun auf den 670 Alkoholvergiftungen, den 90 Tonnen Müll und den 49 Maßkrug-Schlägereien des 2017er Jahrgangs sitzen zu bleiben, von den Dirndlgrapschern im Schatten der Bavaria ganz zu schweigen. Voll gemein, hätten wir in Zeiten der Groko noch ausgerufen, seit Jamaika aber wissen wir: Die Grünen werden sich für eine bedingungslose Grundversorgung mit Hopfen & Malz starkmachen (von wegen Wiese!), dann muss keiner mehr grapschen oder sich schlägern, und das gilt dann auch für Bremen. Bleibt, äh, mimimi, die FDP, die auf ihrer Suche nach was Gelbem jetzt offenbar die Deutsche Post AG mit Sitz in Bonn ins Visier nimmt. Hä, fragt man sich, seit wann werden Maßkrüge (volle!) per Post befördert, und welche Chance haben ganze Ochsen in einem Dax-notierten Unternehmen, rechtzeitig den Ort ihrer Bestimmung zu erreichen, müffel-müffel, wenn schon stinknormale vegane Briefe wochenlang unterwegs sind? Genau hier setzt Christian Lindner an. Weg mit der ganzen Servicekacke – Wärmestuben der Ehrlichkeit sollen aus den verbliebenen dreieinhalb Postfilialen der Republik werden. Wer aufmuckt, weil ihn die Schlange am Paketschalter hinaus in den Schlagregen drängt, kriegt vom Filialleiter persönlich eins auf die Rübe. Und wer Sendungen verschickt, die nie ankommen, soll zum Arzt gehen. Ein Prosit, ein Pro-ho-sit der Gemütlichkeit!

FINIS