Susa will einen großen Bruder haben und weiß auch schon, wie sie den bekommt: Sie baut ihn sich einfach! Ihre Kuscheltiere helfen dabei. Das Krokodil zum Beispiel gibt Susa ein Buch, in dem alles Wissenswerte über Krokodile steht (die in weiten Teilen ähnlich aufgebaut sind wie Menschen). Und schon legt Susa los.

Aus Holzstöcken werden Knochen, aus Gummis Gelenkbänder, die sie zusammenhalten, aus noch mehr Gummibändern Muskeln, aus Kabeln und Streichholzschachteln wird ein Gehirn. Schritt für Schritt bekommt der Bruder alles, was ein Mensch so braucht, und wie nebenbei erfährt auch der Leser, was einen Menschen ausmacht und wie unser ganzer Körper eigentlich funktioniert. Mit diesem Buch lernt man also eine ganze Menge. Doch dank der witzigen Zeichnungen auf den riesigen Seiten (das Buch ist größer als ein Atlas) macht das auch noch richtig Spaß.

Zwischendurch wird das Körpergebastele zwar ziemlich kompliziert, zum Beispiel wenn es darum geht, wie die Muskeln im Menschen genau arbeiten (da liest man Wörter wie Mitochondrium und Adenosin-Triphosphat). Doch dieses Buch ist eben keines, das man an einem Tag schnell wegliest. Es ist vielmehr ein Nachschlagewerk, in das man immer reingucken kann, wenn man gerade eine Frage zu seinem Körper hat. Wie Wunden heilen zum Beispiel oder wie genau Pipi entsteht.

Susa Bruder wird am Ende übrigens tatsächlich fertig. Doch wie wird so ein Mensch nun lebendig?

Anaïs Vaugelade: Ich bau mir einen großen Bruder.
Deutsch von T. Scheffel; Moritz Verlag 2017; 64 S., 24,– €