Neulich traf ich eine SPD-Politikerin, die Jamaika nicht mehr Jamaika nennen will, da Jamaika nichts mit Jamaika zu tun habe. Jamaika, das sei Kiffen, Sex und Reggae. "Was davon sehen Sie in einer Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen?" Nun ja, meinte ich, sollten die Sondierungen positiv verlaufen, dann passte der Bob-Marley-Song Is This Love? doch prima zu Schwarz-Gelb-Grün. Bei diesen Gesprächen werde zudem so viel Rotwein vernichtet, dass man für die Bewusstseinserweiterung das Kiffen gar nicht brauche. Und mit dem Sex sei es so ... Aber da lief die SPD-Frau schreiend davon.

Vielleicht sollten wir Jamaika so nennen, wie es früher genannt wurde, Nein, nicht Xaymaca, sondern Schwarze Ampel. Das ist, wie wir Insider sagen, anders geframt. Schwarze Ampel – da denkt man an Stromausfall, schwarze Magie, Magenverstimmung, den Horrorclown Pennywise aus Es. Noch weniger jamaikanisch klingt die Kurzform der Schwarzen Ampel, die Schwampel: Schlamm, Schwabbel, politische Adipositas. Von Schwampel-Euphorie würde niemand erfasst. Einen passenden Song zu Schwampel-Sondierungen hat Bob Marley trotzdem im Angebot: Waiting in Vain.