Irgendwas stimmt nicht mit diesem schwabbeligen Künstler, der sich für den Sommer in dem alten Gartenpavillon eingemietet hat. Da ist sich Pandora ganz sicher. Doch anfangs will dem Mädchen niemand glauben. Ist ja klar, dass ihr dieser Mr Philby unsympathisch ist, sagen alle: erstens, weil das Gartenhaus nicht irgendeine Laube ist, sondern das Atelier, in dem Pandoras verstorbener Vater früher gemalt hat. Zweitens, weil dieser Mr Philby sich bei Pandoras Mutter einschleimt, ihr Geschenke und schöne Augen macht – dabei braucht Pandora keinen Ersatzpapa. Und drittens, weil sie sowieso die ganze Zeit schlechte Laune hat. Denn das Hotel, das Pandoras Mutter in einem alten Herrenhaus an der englischen Küste betreibt, gammelt an allen Ecken und Enden. Gäste kommen kaum noch. Stattdessen reist der verweichlichte Ashley an, für den Pandora die Babysitterin spielen soll. Nicht mal auf ihren alten Freund Zack kann Pandora noch zählen. Statt mit ihr gemeinsam herauszufinden, was Mr Philby im Schilde führt, lässt er sich ausgerechnet mit diesem ein. Bis die drei Kinder plötzlich in einem finsteren Verlies festsitzen ...

Sabine Ludwig hat nicht nur einen spannenden Krimi geschrieben, der in einer verwunschenen und gleichzeitig ganz wirklichen Welt spielt. Sie erzählt auch von Sorgen, Mut und Freundschaft, vom Vermissen und vom Anderssein. Und sie hat gleich eine ganze Mannschaft nachdenklicher, liebenswerter, trotteliger und verrückter Figuren erdacht, von denen man sich nach den knapp 300 Seiten ungern verabschiedet.

Sabine Ludwig: Pandora und der phänomenale Mr Philby.
Dressler Verlag 2017; 272 S., 14,99 €