Der Hund des französischen Präsidenten Emmanuel Macron ist eine Promenadenmischung aus Labrador und Griffon. Das jedenfalls hat Macron in einem Gespräch dem Spiegel erzählt und hinzugefügt, er habe den Hund aus dem Tierheim geholt und ihm den Namen Nemo gegeben. Obwohl Nemo wörtlich "niemand" heißt, also eigentlich die Verweigerung eines Namens bedeutet, ist der Name trotzdem ziemlich berühmt geworden, vor allem durch den Kapitän Nemo in dem Roman 20.000 Meilen unter dem Meer von Jules Verne. Dieser Nemo ist eine gebrochene, von den Furien einer unglücklichen Vergangenheit verfolgte Gestalt, die mit dem Unterseeboot Nautilus die Weltmeere unsicher macht. Am Ende versenkt er die Nautilus und sich selbst im Mahlstrom.

Es ist gut, dass der Hund des Präsidenten, der übrigens schwarz ist und recht seriös dreinblickt (der Hund), vermutlich nicht weiß, welche unheimliche Bedeutung der Name Nemo haben kann. Und falls er es doch weiß, wird er sich sagen können, dass Nemo zunächst einmal nur ein leeres Blatt ist, das mit Ruhmestaten zu füllen wäre.

Wie auch immer: Der Job des Präsidentenhundes ist nicht ganz leicht, und da wir annehmen, dass im Elysée-Palast eher selten Witze erzählt werden, und wenn doch, dann nur geistreiche, wollen wir hier dem schwarzen Nemo folgenden Witz zukommen lassen:

Drei Ostfriesen namens Keiner, Niemand und Doof wohnen in einem Hochhaus. Keiner wohnt ganz oben, Doof in der Mitte und Niemand ganz unten. Eines Tages schauten sie alle drei aus dem Fenster. Keiner spuckte Doof auf den Kopf. Empört ging Doof zum Polizisten. Er sagte: "Keiner hat mir auf den Kopf gespuckt, Niemand hat’s gesehen." Fragt der Polizist: "Sagen Sie mal, sind Sie doof?" Sagt Doof: "Ja!"

Zugegeben: Der Witz ist nicht besonders toll (außerdem steinalt), aber er hat den Vorzug, dass man ihn rasch versteht. Man sagt ja dem Berner (Bewohner der Stadt Bern in der Schweiz) nach, dass er bei einem Witz immer dreimal lacht: das erste Mal, wenn man ihn erzählt, das zweite Mal, wenn man ihn erklärt, das dritte Mal, wenn er ihn kapiert. Hier gibt es sicherlich eine gewisse Verwandtschaft zwischen dem Berner und dem Ostfriesen, man könnte auch sagen zwischen dem Griffon und dem Labrador, was keiner bezweifelt und niemand infrage stellt, nicht einmal der französische Präsident, und sein Hund Nemo schon gar nicht, denn der ist ja nicht doof.

FINIS