In seiner Jugend litt er unter den Vorurteilen über seine Herkunft. Um der Diskriminierung zu entgehen, meldete er sich freiwillig zum Kriegseinsatz. In einer grauenvollen Schlacht zeichnete er sich durch Tapferkeit aus, brach aber kurz darauf physisch und psychisch zusammen. Vom Militär entlassen, begann er ein Jura- und Philosophiestudium.

Durch eine Diskussionsrunde von Kriegsgegnern fand er Anschluss an eine linke pazifistische Partei. Der "radikale Gesinnungsethiker" wurde zur Leitfigur einer kurzlebigen, revolutionären Republik, ihr diente er als Redner und Organisator. Die Niederschlagung der Republik überlebte er im Versteck, wurde entdeckt und verurteilt. In fünf Gefängnisjahren entstand sein literarisches Werk, vor allem wirkungsvolle, oft aufgeführte Ideendramen. Gleich im ersten behandelte er sein Lebensthema: den unauflösbaren Konflikt zwischen dem ethischen Prinzip der Gewaltlosigkeit und der praktischen Notwendigkeit von Gewalt in einer Revolution.

Schon früh sah er visionär in einer düsteren Komödie den Aufstieg eines Kleinbürgers zum Diktator voraus. Noch vor dem Untergang der Republik, die er wenig geliebt, aber respektiert hatte, floh er ins Ausland. Er wurde ausgebürgert, seine Werke endeten auf dem Scheiterhaufen.

Nun zog er von Land zu Land, immer dringlicher rief er in über 200 Vorträgen und Rundfunkreden dazu auf, dem totalitären System entgegenzutreten. Angesichts der Tatenlosigkeit demokratischer Regierungen verfiel er in Depressionen, die ihn schließlich in den Tod trieben. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 42:

Joseph Mallord William Turner (1775 bis 1851) war Maler, Aquarellist und Zeichner. Der Engländer gilt als der bedeutendste Künstler der Romantik, als Vorläufer des Impressionismus und sogar der Malerei des 20. Jahrhunderts. Er malte Licht, Wasser und Himmel, darunter viele Wolkenstudien, berühmt ist sein Bild "Strand von Calais"