Wie heißt es doch so schön: "Erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt." Das Dortmunder Sparkassen Chess Meeting wurde anlässlich der 25. (!) Teilnahme von Wladimir Kramnik (42), Ex-Weltmeister, Nummer zwei in der Weltrangliste hinter Weltmeister Magnus Carlsen und vor allem zehnmaliger Turniersieger in seiner Lieblingsstadt Dortmund, heuer sogar ihm gewidmet.

Natürlich hoffte man nicht nur in und um Dortmund, dass ihm der 11. Turniersieg gelänge. Dem feinsinnigen und humorvollen Kosmopoliten, der Schach in erster Linie als Kunst betrachtet und doch auch ein Herz für die "gröberen" Sportarten Fußball und Boxen hat: Ersteres als Fan vom BVB und Letzteres wegen seiner Freundschaft mit den Klitschko-Brüdern – mit denen er hier schon Schach spielte, vorsichtshalber allerdings nicht boxte.

Doch was geschah? Gleich zum Auftakt opferte er allzu gewagt gegen seinen jungen russischen Landsmann Wladimir Fedossejew (22), schließlich musste er in der letzten Runde unbedingt den prächtig aufspielenden Matthias Blübaum (20), der seinerseits Fedossejew vom Brett gefegt hatte, besiegen, um den Schaden halbwegs zu begrenzen. Es war ein wildes Gefecht auf Augenhöhe, bis in hoher Zeitnot dem jungen Deutschen doch ein Fehler unterlief.

Natürlich will Blübaum mit 1...De1+ 2.Kh2 Dg3+ (siegreich) die Damen tauschen, aber Kramnik als Weißer hatte einen überzeugenden Gewinnweg erspäht. Wie kam’s?

Lösung Nr. 42:

Welche Kombination gewann für Weiß? Auftakt war das Läuferopfer 1.Lxf7+!.

Nach 1...Kxf7 2.Db3+ Kg6 (etwas besser war 16...d5 17.dxe5, aber nicht 16...Kf8? 17.Sg5!) 3.Sh4+ Kh5 4.Df7+ g6 gewann Weiß mit 5.Sdf3 (Drohung 6.Dxh7+! Sxh7 7.g4 matt) schnell