Auf den Holzpromenaden oberhalb des Sandtorkais, gleich hinter der Elbphilharmonie, biegen sich die Bohlen. Lose Gehwegbretter bilden gefährliche Stolperfallen. Am Kaiserkai und auf dem Vasco-da-Gama-Platz ist der Beton vermoost und das Holz morsch. Durch Stützsäulen und Geländer frisst sich der Rost.

Was ist los in der HafenCity? In Hamburgs Vorzeigestadtteil, Image: hochglanzpoliert?

Wer dieser Tage durch das Viertel geht, kann beobachten, wie nicht einmal zehn Jahre nach der Fertigstellung der ersten Bauten immer mehr Gebrauchsspuren sichtbar werden. Man muss es so hart sagen: Die HafenCity sieht an einigen Stellen schäbig und verwittert aus.

Wie kann das sein?

Wenn die Witterung und der Gebrauch sichtbar ihre Spuren hinterlassen haben, kann das zweierlei bedeuten: starke Nutzung oder mangelnde Pflege. Oder beides zusammen. In der HafenCity ist es wohl genau das, eine Kombination aus intensiver Nutzung und wenig intensiver Pflege, was nun an einigen Stellen sichtbar wird.

Die Antwort muss deswegen zunächst mit der Beschreibung eines Erfolgs beginnen. Als man anfing, die HafenCity zu entwerfen, galt es den Stadtplanern und Architekten als eines der wichtigsten Ziele, die Fehler vorangegangener Stadtentwicklungsprojekte unbedingt zu vermeiden: zwar Wohn- und Geschäftsraum zu schaffen, ohne aber ein Gestaltungs- und Nutzungskonzept für öffentliche Räume mitzuliefern. Um die HafenCity zu beleben, entstanden auf dem Gebiet des ehemaligen Freihafens mehr als 26 Hektar öffentliche Parks, Plätze und Promenaden.

"Die öffentlichen Räume in der HafenCity erfreuen sich generell großer Beliebtheit bei Bewohnern, Besuchern und bei Touristen", sagt Henrike Thomsen, Sprecherin der HafenCity Hamburg GmbH. Das ist ein Erfolg: Allein seit Eröffnung der Elbphilharmonie kommen täglich bis zu 15.000 Besucher in das Konzerthaus – und damit in den Stadtteil.