Wäre die Protestbewegung #MeToo ein Film, wäre er ziemlich kurz. Tausende Frauen werden von Männern sexuell belästigt. Die Frauen sind wehrlose Opfer. Die Männer sind alte Säcke. Das wäre schon die ganze Geschichte.

"Langweilig!", würde Harvey Weinstein vermutlich sagen, der alte Sack, mit dem die ganze Sache begann. Und diesmal hätte er sogar recht.

Harvey Weinstein hat Dutzende, vielleicht Hunderte Frauen begrapscht, er hat sie zum Sex genötigt, sogar vergewaltigt. Das jedenfalls legen die Aussagen von Schauspielerinnen, Drehbuchautoren und Journalisten nahe. Aber wenn so viele in Hollywood von den Taten des Filmproduzenten Weinstein wussten, warum haben dann alle so lange geschwiegen, statt sein wahres Ich offenzulegen?

Passieren in der deutschen Filmbranche ähnliche Dinge?

Was ist mit den zahllosen anderen Tätern, von denen unter dem Hashtag #MeToo in diesen Tagen die Rede ist? Gibt es etwas, das sie gemeinsam haben, außer dass sie Männer sind?

Und sind ihre Opfer, die Frauen, tatsächlich so wehrlos, wie es den Anschein hat?

All das sind Fragen, die ein guter, ein interessanter Film über sexuelle Belästigung beantworten müsste.

Es wäre ein Film, an dessen Anfang ein Mann ins Bild treten könnte, der gerade mehrere Kisten mit Tonequipment in sein mit Grün umranktes Haus in den Hügeln von Hollywood schleppt. Weit unter ihm leuchten die tausend Lichter von Los Angeles in den warmen Abend hinein. Der Mann heißt Jeff Vespa, er ist 47 Jahre alt, und im Moment ist er ziemlich müde, gerade hat er seinen ersten Spielfilm abgedreht, es geht um eine Sängerin, die im Paris der zwanziger Jahre lebt. Sie mischen jetzt den Ton, in wenigen Wochen ist Premiere.

Vespa ist eigentlich Fotograf, einer der bekanntesten in Hollywood. Von fast allen großen Stars hat er Bilder geschossen. Er hat auch dieses Foto gemacht, das schon ein paar Jahre alt ist, das aber in den vergangenen Tagen so viele Zeitungen druckten wie nie zuvor. Es zeigt einen lachenden Harvey Weinstein, er hält die Schauspielerin Rose McGowan im Arm, die ein schulterfreies rotes Kleid trägt.

McGowan hat inzwischen öffentlich ausgesagt, Weinstein habe sie vergewaltigt.

Jeff Vespa war jahrelang so etwas wie der Hausfotograf von Weinsteins Produktionsfirmen. Selbst das Bild, das Weinstein für seine Facebook-Seite verwendet, ist von ihm. All die Feiern, die Partys, die großen Galas, die Weinstein veranstaltete, Vespa hat sie fotografiert. Seine Bilder sind die Bilder von Weinsteins Erfolgen. Jedenfalls war das bis vor Kurzem so. Jetzt wirken sie wie eine Chronik von Weinsteins Vergehen.

Von Vergehen, die allen bekannt waren.

Quentin Tarantino wusste es. Das hat der Regisseur, der mit Weinstein Filme wie Reservoir Dogs, Pulp Fiction, Kill Bill, Inglourious Basterds und Django Unchained gedreht hat, nun der New York Times gesagt.

Scott Rosenberg wusste es. Das hat der erfolgreiche Drehbuchautor vieler Weinstein-Filme in einem langen Beitrag auf seiner Facebook-Seite geschrieben. "Everybody-fucking-knew. "

"Everybody-fucking-knew"

Auch Jeff Vespa wusste es.

Schon vor etwa fünf Jahren erfuhr er, dass Harvey Weinstein Rose McGowan vergewaltigt hatte. "Und dennoch habe ich weiter für ihn gearbeitet. Seit dem Tag fühle ich mich wie ein Stück Scheiße", sagt Vespa.

Schon zuvor hatte Vespa auf dem Filmfest in Cannes gesehen, wie eine Frau mit Harvey Weinstein Oralverkehr hatte. Die französische Schauspielerin Judith Godrèche erzählte ihm, Weinstein habe sie sexuell belästigt. "Es gibt so viele von diesen Vorfällen", sagt Vespa.

Aber eine Vergewaltigung? Wie konnte er für einen Vergewaltiger arbeiten? Vespa wusste, dass McGowan damit nicht an die Öffentlichkeit wollte. Doch musste er nicht für sich persönlich Konsequenzen ziehen? Andererseits: Weinsteins Unternehmen war eben ein großer Kunde, vielleicht der größte, den man sich vorstellen konnte. Und die Leute, die dort arbeiteten und Vespa immer wieder Aufträge gaben, waren seine Freunde. "Also habe ich einfach weitergemacht und mich dreckig gefühlt", sagt Vespa.

Als die New York Times und der New Yorker dann Weinsteins Taten aufdeckten, war das für Jeff Vespa wie eine Erlösung.

Es gibt noch ein weiteres Erlebnis, das Vespa mit Weinstein hatte: der 20. Februar 2011, die Eröffnung des Tom-Ford-Ladens in Los Angeles. Weinstein hatte zuvor die Rechte an Fords Film A Single Man gekauft, nun ließ er sich mit den Hauptdarstellern fotografieren. Vespa machte die Bilder, seine Frau, eine Presseagentin, war ebenfalls da. Irgendwann am Abend bekam Vespa mit, wie sie nervös auflachte und dann schnell die Party verließ.

Weinstein hatte sie von oben bis unten gemustert und gefragt, ob sie nicht ein bisschen Spaß mit ihm haben wolle.

Jeff Vespa hat diese Geschichte gleich nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Weinstein auf Facebook gepostet. Danach stand sein Telefon nicht mehr still. Immer mehr Kolleginnen und Bekannte meldeten sich bei ihm, um von Begegnungen mit Weinstein oder anderen Größen im Filmgeschäft zu erzählen. So erfuhr Vespa, dass Weinstein vor der Freundin seines Cousins, einer Fernsehjournalistin, in einem Edelrestaurant in New York in einen Blumentopf ejakuliert hatte. Vespa begriff, dass er viel zu lange geschwiegen hatte. Und schämt sich nun dafür.

Der Regisseur Quentin Tarantino hat gesagt, er habe sich Weinsteins Taten peinlicherweise als Einzelfälle schönzureden versucht. Selbst dann, als seine damals neue Freundin, die Schauspielerin Mira Sorvino, ihm erzählte, dass Weinstein sie einmal bedrängt hatte. Aber Weinstein hatte Tarantino eben zu einem großen Star gemacht.

Der Drehbuchautor Scott Rosenberg sagt heute, ja, am Ende sei er durch sein Schweigen zu Weinsteins Komplizen geworden. Auch Rosenberg hat Weinstein seine Karriere zu verdanken.

Fast 30 Jahre lang ist Harvey Weinstein ungestraft davongekommen. Das System, das ihn schützte, reichte weit über Hollywood hinaus. Was es zusammenhielt, war die Sehnsucht nach Bedeutung und Erfolg – und Weinsteins Versprechen, beides Wirklichkeit werden zu lassen.

Es war wie ein unausgesprochener Vertrag, den Weinstein mit Filmleuten und Journalisten schloss: Ich helfe dir, ich mache dich groß. Und du hältst die Klappe.

Die Reporterin Vanessa Grigoriadis, heute 44 Jahre alt, hatte nach dem Studium gerade ihren ersten Job beim New York Magazine angetreten, sie sollte über die Filmszene schreiben. Es waren die neunziger Jahre, Weinstein war der angesagteste Produzent, und im Gegensatz zu all den anderen Produzenten behandelte er die Journalisten so, als seien sie selbst kleine Superstars. "Er hat uns mit dem Zugang zu seinen Schauspielern verwöhnt", sagt Grigoriadis in ihrem Büro im New Yorker Stadtteil Brooklyn. "Dafür hat er von uns erwartet, dass wir viel und Gutes über seine Filme schreiben."

Im Jahr 2000 ging Grigoriadis in New York zu einer Veranstaltung, bei der Weinstein ein Buch vorstellte, das sein Verlag gerade herausgebracht hatte. Eine Journalistin wagte etwas, das selten vorkam: Sie stellte ihm eine kritische Frage zu einem Filmprojekt. Weinstein beschimpfte sie daraufhin als "Fotze". Als ein anderer Journalist ihn aufforderte, sich zu entschuldigen, flippte Weinstein aus. Er stieß den Journalisten die Treppe des Hotels hinunter, in dem die Party stattfand, nahm ihn in den Schwitzkasten, schlug auf ihn ein und zerrte ihn hinaus auf die Sixth Avenue. Fotografen machten Bilder vom prügelnden Weinstein.

Keines ist je in einer Zeitung erschienen.

Weinsteins Privatleben war eben privat

Weinstein hatte verantwortlichen Redakteuren wichtiger Zeitungen viel zu bieten. Beraterverträge, Verträge für neue Bücher, Verfilmungen bereits erschienener Bücher. Manche Klatschkolumnisten machte er zu Buchautoren, andere verpflichtete er als Drehbuchschreiber, mitunter ging es um Millionen von Dollar.

Weinsteins Privatleben? Nun, das war eben privat. Das sei damals die Direktive in den Redaktionen gewesen, sagt Grigoriadis.

Der Kulturkritiker Peter Biskind veröffentlichte im Jahr 2004 den Bestseller Down and Dirty Pictures über Independent-Filme. Viele davon hatte Weinstein produziert, es geht in dem Buch über viele Seiten um Weinsteins Unternehmen.

Biskind kannte die Gerüchte über den Produzenten. Der Schauspieler Brad Pitt hatte ihm von Weinsteins Übergriffen auf Pitts damalige Freundin Gwyneth Paltrow erzählt. Nichts davon erwähnte Biskind in seinem Buch. Es habe ihn nicht interessiert, sagt er heute.

Im selben Jahr, in dem Biskinds Buch erschien, druckte die New York Times einen Artikel über Weinstein, in dessen Ursprungsfassung auch von sexuellen Übergriffen die Rede war. In der veröffentlichten Version aber fehlte die Passage.

Im Nachhinein ist nicht mehr genau festzustellen, woran das lag. Die Autorin des Beitrags sagt heute, Weinstein habe die Zeitung unter Druck gesetzt, sei persönlich in der Redaktion aufgekreuzt. Der damals zuständige Redakteur entgegnet, die Autorin habe die Anschuldigungen nicht belegen können.

Zu einem Machtsystem, wie Weinstein es unterhielt, gehört neben der Belohnung immer auch die Strafe. Der englische Regisseur Michael Caton-Jones war einer, der das zu spüren bekam. Ende der neunziger Jahre sollte er für Weinstein die Thriller-Romanze B. Monkey drehen und hatte eine Hauptdarstellerin ausgesucht, die er Weinstein in Los Angeles vorstellte.

Die Frau gefiel Weinstein nicht. Er hielt sie für "nicht fickbar". Es kam zum Streit zwischen Regisseur und Produzent. Caton-Jones schrie, Weinstein solle das Casting nicht gefährden, nur weil er Sex mit der Hauptdarstellerin haben wolle.

Weinstein warf Caton-Jones raus. Er engagierte einen neuen Regisseur und gab der Schauspielerin Asia Argento die Hauptrolle. Die Frau, die er – wie sie heute öffentlich aussagt – ein Jahr zuvor vergewaltigt hatte und die sich anschließend auf eine fünfjährige Affäre mit Weinstein einließ. Weil sie Angst hatte, sonst keine großen Rollen mehr zu bekommen. In ihrer Heimat Italien wurde sie nach ihren Aussagen zu Weinstein von Journalisten in Leitartikeln beschimpft: Sie habe doch profitiert, es sei keine Vergewaltigung gewesen, sondern Prostitution. Vor ein paar Tagen ist sie aus Italien geflohen.

Und Caton-Jones? Er habe damals viel Zuspruch von Kollegen erhalten, sagte er nun gegenüber einem Online-Magazin. "Aber wissen Sie, was, am Ende war ich es, der den Film nicht machen durfte. Ich war der Doofe, der sich Weinstein in den Weg gestellt hat."

Christoph Fisser ist einer der bedeutendsten Filmproduzenten in Deutschland. Er leitet das Filmstudio Babelsberg, gemeinsam mit Harvey Weinstein hat er die Filme Der Vorleser und Inglourious Basterds gemacht. "Schon als ich ihn kennenlernte, war er ein Riesenarschloch", sagt Fisser und fügt hinzu, dass er solche Begriffe normalerweise nicht benutze.

Es war vor zehn Jahren. Fisser sollte sich damals mit Weinstein in Berlin treffen. Zu dem vereinbarten Termin in einem Hotel erschien jedoch nur Weinsteins Assistent. Weinstein selbst setzte sich erst später dazu und ließ sich von seinem Assistenten erklären, worüber der mit Fisser zuvor gesprochen hatte. "Mit mir hat er überhaupt nicht geredet", sagt Fisser, der sich damals im Hotel einen Kaffee bestellt hatte. Auf der Untertasse lagen Kekse. Plötzlich habe ihm Weinstein die Kekse vom Teller genommen und sie gegessen. Krümel bröselten aus seinem Mund, das Hemd hing ihm halb aus der Hose. "Ich habe ihn angeguckt und gedacht, das kann alles nicht wahr sein", sagt Fisser. Weinstein sei der unangenehmste Mensch, dem er je begegnet sei.

Man kann davon ausgehen, dass es Harvey Weinstein in all den Jahren nicht so sehr darum ging, möglichst viele Orgasmen zu erleben. Sondern eher um das erhebende Gefühl, dass gut aussehende Star-Schauspielerinnen, von denen Millionen Männer träumten, nur deshalb mit ihm schliefen, weil er eben Harvey Weinstein war. Der Sex schien für ihn so etwas Ähnliches wie ein Filmpreis zu sein, eine Bestätigung der eigenen Bedeutung.

Das System Weinstein

Das System Weinstein: Drohen. Bestechen. Erpressen. Belügen. Einschüchtern

Weinsteins Produktionen haben 81 Oscars gewonnen, aber das hat ihm offenbar nicht gereicht. Er wollte ständig noch mehr Preise haben.

Vermutlich ersehnten auch die Schauspielerinnen etwas. Nicht Sex mit Weinstein. Aber vielleicht doch das Leuchten des Scheinwerferlichts, den Kitzel der Berühmtheit, den Rausch, von der halben Welt angehimmelt zu werden.

Oder auch nur das beruhigende Gefühl, noch nicht vergessen zu sein.

Frauen haben in Hollywood ein Verfallsdatum. Ab einem Alter von etwa 45 Jahren gibt es auch für die besten und bestaussehenden Schauspielerinnen nur noch wenige Rollen. Eine, die es nicht schafft, sich vorher einen Namen zu machen, hat keine Chance mehr.

Weinstein war der Mann, der den Menschen in Hollywood ihre Wünsche erfüllen, ihre Angst vor dem beruflichen Aus nehmen konnte. Nicht nur den Frauen.

Der Regisseur Quentin Tarantino wagte es nicht, Weinstein zu verraten.

Der Drehbuchautor Scott Rosenberg schwieg.

Der Fotograf Jeff Vespa sagte nichts.

Und die Schauspielerinnen ließen sich betatschen oder gingen sogar mit Weinstein ins Bett. Auf Partyfotos sah man bis zuletzt regelmäßig gleich mehrere Frauen auf Weinsteins Schoß sitzen, auch Weltstars.

Dieter Kosslick, seit 16 Jahren Direktor der Berlinale, präsentierte auf seinem Filmfest regelmäßig Werke von Weinstein, einfach weil er sie gut fand. Der Film Crossing Over aber gefiel ihm nicht, das war im Jahr 2009. "Weinstein tobte", erinnert sich Kosslick. Die beiden verabredeten sich zum Gespräch. Weinstein ließ den Termin platzen, wieder und wieder, insgesamt fünfmal. Am Ende redeten sie doch.

"Den Ton dieses Telefonats kann man sich gar nicht vorstellen", sagt Kosslick heute. "Ich hatte im Büro den Lautsprecher eingeschaltet, damit meine Mitarbeiter mithören konnten. Und dann gab es plötzlich folgende Situation: Weinstein dachte, ich hätte aufgelegt. Hatte ich aber nicht. Und am anderen Ende hörte ich, wie Weinstein sagte, nein, schrie: ›Wir machen den fertig, wir killen ihn! Wir zerstören ihn, wir werfen ihn in den Dreck! Der kriegt nie wieder einen Film! Wir zerstören diesen fucking bastard!‹ Das ging dann noch ein Weilchen weiter, dann hat er aufgelegt."

Drohen. Bestechen. Erpressen. Belügen. Einschüchtern. So funktionierte das System Weinstein, bei Männern wie bei Frauen, nur dass die Männer den weniger unangenehmen Part erwischt hatten. Die Frauen waren die wirklichen Opfer. Sie schwiegen, jahrelang, aus Angst, aus Scham, wegen Selbstvorwürfen. Aber waren sie tatsächlich wehrlos?

Wie ohnmächtig der mächtige Harvey Weinstein in Wahrheit in all den Jahren war, zeigt sich jetzt, in diesen Tagen, in denen sein wahres Ich wie von einer Filmkamera aufgenommen der Öffentlichkeit vorgeführt wird. Kaum hatten die ersten Schauspielerinnen für die ganze Welt hörbar ausgesprochen, was Weinstein ihnen angetan hatte, da halfen ihm sein Bestechungsgeld, sein Einfluss, seine Beziehungen nicht mehr. Mit einem Schlag wurde Weinstein aus seinem eben noch so großartigen Leben herausgeschleudert. Sein eigenes Unternehmen trennte sich von ihm. Seine Frau verließ ihn. Die Oscar-Akademie schloss ihn aus. Sein Ruf ist zerstört. Harvey Weinstein ist jetzt ganz allein.

All die Schauspielerinnen, über die er fast beliebig verfügt hatte in all den Jahren, sie hätten nur früher mit dem Finger auf ihn zeigen, früher gemeinsam die Stimme erheben müssen, und das System Weinstein wäre viel eher zusammengebrochen. Vielleicht wäre es gar nicht erst entstanden.

Dieses Versäumnis entschuldigt keine von Weinsteins Taten. Harvey Weinstein war, wenn die Aussagen all derer, die sich jetzt an die Öffentlichkeit wagen, stimmen, ein Monster. Aber sein System konnte eben nur funktionieren, weil sehr viele Menschen, Männer wie Frauen, an den eigenen Vorteil dachten, den eigenen Nachteil fürchteten, anstatt sich ihm in den Weg zu stellen.

In einem Film über sexuelle Belästigung würde ein Held dem Täter entgegentreten. Aber das Leben ist kein Film, und die meisten Menschen sind eben nicht zum Helden geboren.

Wobei, auch das muss man wissen, das amerikanische Arbeitsrecht nicht gerade dabei hilft, sich gegen einen Mann wie Weinstein zur Wehr zu setzen. Oft enthalten die Arbeitsverträge eine Klausel, die dazu verpflichtet, rechtliche Konflikte nicht vor Gericht, sondern vor einem privaten Mediator zu klären. Wer einen Streit über sexuelle Belästigung auf diese Art beilegt, verpflichtet sich gegen eine bestimmte, oft sehr hohe Geldsumme zum Stillschweigen und zur Beseitigung eventueller Beweise. Auch das gehörte zum System Weinstein.

Von dem Tag an, als Weinsteins wirkliches Leben öffentlich wurde, stand eine Frage im Raum: Gibt es solche Typen auch anderswo? Filme werden fast überall gedreht, und fast überall sind sie verbunden mit der Hoffnung auf Aufstieg, Glanz und Selbstbestätigung. Begehrte Güter, die sich womöglich gegen Sex eintauschen lassen.

Nico Hofmann, Chef des Filmunternehmens Ufa und ein weiterer einflussreicher deutscher Filmproduzent, sagt: "Mit allen namhaften Schauspielerinnen im deutschen Fernsehen habe ich zu tun gehabt." Und er fügt hinzu: "Bisher hat mir nie eine Schauspielerin erzählt, dass sie sexuell belästigt worden wäre. Wenn so etwas wie in Hollywood bei uns in der Ufa passieren würde, dann würde ich denjenigen sofort rauswerfen."

Wäre Hofmann einer dieser Kerle, die auf Partys Champagner aus High Heels trinken, junge Frauen anbaggern und auf Tischen tanzen, dann wäre seine Aussage ohne Wert. Er wäre der Letzte, dem sich eine gedemütigte Schauspielerin anvertrauen würde. Aber Hofmann ist das Gegenteil des Typs Weinstein. Hofmann arbeitet extrem viel, sitzt die meiste Zeit am Schreibtisch, im Flugzeug oder läuft telefonierend am Filmset herum. Er lässt sich nicht gehen, achtet auf seine Umgangsformen und bleibt höflich-distanziert. Er hätte, sagt Hofmann, "jede Schauspielerin, der so etwas wie in Hollywood passiert ist, ermutigt, es öffentlich zu machen".

Gibt es das Weinstein-Problem auch in Deutschland?

DIE ZEIT hat mehr als 50 deutsche Schauspielerinnen angeschrieben

Wenn ein Branchenkenner wie Hofmann versichert, er sei noch nie mit Berichten von sexueller Belästigung konfrontiert worden – was bedeutet das dann: dass es das Problem in Deutschland nicht gibt? Oder dass es systematisch verschwiegen wird?

Mehr als 50 bekannte deutsche Schauspielerinnen hat die ZEIT im Rahmen dieser Recherche angeschrieben und sie nach ihrer Meinung in der Debatte um den Weinstein-Skandal und um Sexismus in der deutschen Filmbranche gefragt. Nur drei waren bereit, sich zu äußern: Leonie Benesch, Natalia Wörner und Katharina Thalbach. Drei Schauspielerinnen aus drei verschiedenen Generationen.

Leonie Benesch ist 26 Jahre alt, vor acht Jahren wurde sie durch Das weiße Band bekannt. Zurzeit spielt sie in der Fernsehserie Babylon Berlin mit.

Natalia Wörner ist 50 Jahre alt und tritt seit 25 Jahren vor allem in großen deutschen Fernsehproduktionen auf. Kürzlich konnte man sie im ARD-Doku-Drama Mata Hari – Tanz mit dem Tod sehen.

Katharina Thalbach ist 63 Jahre alt, ein Urgestein der deutschen Schauspielerei. Mit vier Jahren stand sie das erste Mal vor der Kamera, seitdem hat sie in mehr als hundert weiteren Filmen mitgespielt.

Haben Sie selbst je einen Vorfall von sexueller Belästigung in Ihrer Laufbahn erlebt?

Leonie Benesch: "Ich war 17, und ein Regisseur führte mich zum Abendessen aus. Er wollte angeblich mit mir über ein Projekt sprechen. Beim Essen sprach er aber gar nicht davon, sondern versuchte mich zu überreden, mit ihm Alkohol zu trinken. Ich lehnte ab. Später wollte er mir noch ›einen Proberaum‹ zeigen. Ich sagte entschieden, dass ich jetzt nach Hause gehe. Wir umarmten uns zum Abschied, und seine Hand war dabei zu weit unten."

Natalia Wörner: "Nein, ich habe nichts erlebt, was ich erwähnenswert fände vor dem Hintergrund sexueller Übergriffe und dem Schmerz betroffener Frauen. Was nicht bedeutet, dass es diese Übergriffe nicht auch in der deutschen Branche gibt. Und ich vermute mal: Früher war es heftiger. Hinter alldem steckt ja eine lange generationsübergreifende Tradition der Demütigung von Frauen. Damit muss endlich Schluss sein."

Katharina Thalbach: "Wenn Sie ein Opfer suchen, sind Sie falsch bei mir. Ich habe scheinbar so was ausgestrahlt, dass die Kerle dachten: Wenn sie’s bei mir versuchen, holen sie sich eine Ohrfeige. Nur ein einziges Mal hat ein Theaterregisseur zu mir gesagt: Wärst du mit mir ins Bett gegangen, hättest du es einfacher gehabt."

Welche Verantwortung tragen die Frauen in der Debatte?

Leonie Benesch: "Wer die Macht hat, hat die Verantwortung, sie nicht zu missbrauchen."

Die Schauspielerin Natalia Wörner © Getty Images/Getty Images

Natalia Wörner: "Wenn ich es jetzt aus Branchensicht betrachte: Man muss den männlichen Chauvinismus und den weiblichen Narzissmus genau untersuchen. Frauen müssen Verantwortung für sich selbst übernehmen, sie müssen mit klaren Worten klare Grenzen setzen."

Katharina Thalbach: "Ich will Weinsteins Frauen ja nichts vorwerfen, ich glaube ihnen alles. Aber es ist eben auch etwas naiv, wenn man denkt, man müsse sich misshandeln lassen für eine steile Karriere. Einzelne Frauen haben sich bestimmt gedacht: ›Ach komm, scheiß der Hund drauf, dann mach ich halt mit. Das ist mir ’ne schöne Rolle wert.‹ "

Was sollte jetzt passieren?

Leonie Benesch: "Wir können nicht immer nur in Aufschrei-Debatten über Sexismus reden, nicht nur dann, wenn es wieder einen neuen Hashtag gibt. Wir müssen auch im Alltag darüber reden, wenn die Debatte sich etwas abgekühlt hat."

Natalia Wörner: "Die Männer sind in der Debatte bisher sehr still. Meiner Meinung nach sind sie aber mindestens genauso gefordert wie die Frauen. Aus dem Aufschrei muss ein gesellschaftlicher Diskurs werden. Ich wünsche mir die Solidarität der Männer!"

Katharina Thalbach: "Wenn ich den jungen Frauen von heute etwas mit auf den Weg geben darf, dann das: Wehrt euch! Vielleicht kriegt ihr dann mal nicht die super Rolle. Aber dafür tretet ihr ekligen Männern wie Weinstein in die Eier!"

Es geht um Macht und Größenwahn

Es geht gar nicht um "dirty old men". Sondern um Macht und Größenwahn

Der Fall Weinstein, er wurde auch deshalb so groß, weil danach durch eine überwältigende Zahl von Zeugenaussagen deutlich wurde, dass es Männer wie Weinstein offenbar nicht nur im narzisstischen, sexualisierten Filmgeschäft gibt. Sondern auch an Universitäten und in Krankenhäusern, in Banken, Verlagen und Automobilkonzernen. Sie haben nur meistens nicht ganz so viel Geld. Das ist es, was der Hashtag #MeToo mit seinen 1,2 Millionen Tweets allein in den ersten drei Tagen tatsächlich geleistet hat.

#MeToo: Es ist nicht das erste Mal, dass ein solcher Ruf ertönt. Vor vier Jahren war es der Hashtag #Aufschrei, unter dem sich betroffene Frauen öffentlich äußerten, nachdem die Journalistin Laura Himmelreich dem FDP-Politiker Rainer Brüderle vorgeworfen hatte, sie mit anzüglichen Bemerkungen bedrängt zu haben.

Im vergangenen Jahr entbrannte unter dem Hashtag #neinistnein eine ähnliche Debatte wie heute. Anlass war der Prozess um die mutmaßliche Vergewaltigung des deutschen Models Gina-Lisa Lohfink. Am Ende waren es nicht die Männer, die schuldig gesprochen wurden, sondern die Frau – wegen Falschaussage. Doch den Online-Bewegungen scheint es nicht so sehr um den Auslöser zu gehen, sondern darum, Sexismus im Allgemeinen anzuprangern.

Was dabei zutage tritt, in Tausenden von Tweets und Posts, sind mitunter Äußerungen, mithilfe derer man psychologische Studien über das Entstehen von Hysterie anfertigen könnte.

Frauen, die die Wörter Männer und Täter als Synonyme benutzen und jeden Misserfolg im Leben darauf zurückführen, dass sie eben Frauen sind.

Männer, die behaupten, sie könnten ja nun nicht mal mehr mit einer Frau allein Aufzug fahren, ohne zu riskieren, hinterher als Grapscher dazustehen.

In vielen anderen Tweets und Posts allerdings finden sich erschreckende Beschreibungen einer deutschen Wirklichkeit, die an Harvey Weinstein erinnern. Die sozialen Netzwerke, sie funktionieren in diesem Fall wie Tiefenbohrer, die einen gesellschaftlichen Bodensatz zutage fördern, von dem man geglaubt hatte, er existiere gar nicht. Oder nicht mehr. Von einem bestimmten Typ Männer ist da die Rede. Ein wenig schmierig, nicht mehr jung. Alte Säcke eben. Dirty old men. Männer, die nicht in dieses liberal-aufgeschlossene Land passen, als das die Bundesrepublik sich heute versteht.

Als Weinstein klar war, dass es nichts mehr zu leugnen gab, dass er nur noch versuchen konnte, sich zu entschuldigen, da sagte er, er entstamme eben einer Generation, die "in der Kultur der sechziger und siebziger Jahren groß geworden ist, als man Frauen nun einmal so behandelte". Und seine ehemalige Anwältin fügte hinzu, Weinstein sei "ein alter Dinosaurier".

Von diesen Dinosauriern scheint es ziemlich viele zu geben, aber es bleibt auch Hoffnung, denn: Am Ende sind die Dinosaurier dann doch ausgestorben. Das Problem könnte sich also auf biologische Art lösen. Auch dirty old men leben nicht ewig. Die Frage ist nur, ob die Hoffnung nicht womöglich trügt.

Douglas Wigdor sitzt in seiner großen, hellen Anwaltskanzlei an der Fifth Avenue in New York. Um ihn herum hängen sauber gerahmte Zeitungsseiten, die über seine größten Fälle berichten.

Nafissatou Diallo ist dabei, das Zimmermädchen, das den damaligen Direktor des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt hatte. Die Frauen, die Wigdor gegen ihre Vorgesetzten an der Wall Street wegen sexueller Nötigung vertreten hat. Die Artikel über die Frauen, die er gegen Roger Ailes, den mächtigen Chef des rechten Nachrichtensenders Fox News, und gegen Bill O’Reilly, einen der Star-Moderatoren des Senders, vertreten hat, müssen noch gerahmt werden.

In den vergangenen Tagen haben sich schon die ersten noch unbekannten Weinstein-Opfer bei Wigdor gemeldet.

Douglas Wigdor ist Ende vierzig, seit Jahren beschäftigt er sich mit Grapschern, Nötigern, Vergewaltigern. Angelegenheiten wie der Fall Weinstein sind für ihn nichts Neues.

"Das Problem sind nicht die Männer", sagt Wigdor. Es gehe hier nicht um eine bestimmte Generation, um einen Zeitgeist der Vergangenheit, der in der Gegenwart weiterlebe. Es gehe nicht um dirty old men.

Wigdor sagt: "Das Problem ist die Macht."

Man könnte auch sagen: der Größenwahn.

Systematischer sexueller Missbrauch, so der Anwalt, komme besonders in den oberen Etagen sehr erfolgreicher Unternehmen vor. Das können Banken sein, Hedgefonds, Fernsehsender wie Fox News oder eben Filmfirmen wie die von Harvey Weinstein. Es sind Unternehmen, die besonders große Gewinne machen. Das Geld und der Erfolg lassen alle Kritiker verstummen. Bald sind die Chefs, die Superstars, nur noch von Menschen umgeben, die ihnen jeden Morgen aufs Neue erzählen, wie großartig sie sind. Und jeden Abend auch. Eigentlich immer.

Dazu passt ein Satz des amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Er stammt aus einem Video, das vor einem Jahr, kurz vor der Wahl, öffentlich wurde. Trump outete sich darin unabsichtlich als überzeugter Grapscher und sagte: "Wenn du ein Star bist, lassen sie dich alles machen. Du kannst tun, was du willst."

Der Anwalt Wigdor sagt: "Männer wie Weinstein denken irgendwann, sie seien unangreifbar."

Als die Schauspielerin Meryl Streep im Jahr 2012 den Golden Globe als die beste Hauptdarstellerin gewann, stand sie auf der Bühne und dankte Harvey Weinstein. Sie sagte, Weinstein sei Gott.

Vielleicht hat er das am Ende selbst geglaubt. Und Gott darf alles, oder nicht?

Wenn aber nicht das Alter der Männer die Ursache ist, nicht die Generation, aus der sie stammen, sondern die Lust an der eigenen Bedeutung, ihre Art, sich an sich selbst zu berauschen, dann wird sich das Problem nicht von allein verflüchtigen.

Dirty young men

In Wahrheit hat schon Harvey Weinstein das Klischee des Dinosauriers gar nicht erfüllt. Weinstein ist kein Reaktionär wie Donald Trump, keiner, der im weißen Mann den Höhepunkt der Evolutionsgeschichte zu erkennen glaubt. Weinstein organisierte Spendengalas für die Demokraten, engagierte sich für Barack Obama, wollte unbedingt, dass eine Frau das amerikanische Präsidentenamt erringt, und unterstützte Hillary Clinton mit mehreren Hunderttausend Dollar aus seinem Vermögen. Harvey Weinstein war ein Feminist. Zumindest nach außen hin.

Die dirty old men mögen irgendwann aussterben. Doch manches deutet darauf hin, dass längst andere nachrücken. Dirty young men. Männer, die – wie Weinstein – Frauen missbrauchen, indem sie ihre Macht missbrauchen.

Gerade junge Unternehmen der Internet-Branche sind anfällig dafür, Selbstüberschätzung und Größenwahn entstehen zu lassen. Junge Helden mit genialen Geschäftsideen, die mit Millionen jonglieren. Die kleine Firmen gründen und dafür sorgen, dass sie über Nacht riesengroß werden und an den Börsen einen höheren Wert besitzen als Traditionskonzerne. Die Tag und Nacht arbeiten und das Gefühl haben, hin und wieder hätten sie eine kleine Belohnung verdient.

Jeder Satz klingt auf einmal so belastet, so doppeldeutig – auch das ist ein Problem

Anfang dieses Jahres machte eine Ingenieurin mehrere Fälle von sexueller Belästigung beim Fahrdienstleister Uber öffentlich. Weitere Enthüllungen aus dem Silicon Valley folgten. In der New York Times schilderten Frauen aus der Gründerszene, wie sie von Unternehmern und Geldgebern sexuell belästigt wurden. Sie berichteten von anzüglichen E-Mails, versuchten Küssen, heimlichem Gegrapsche. Eine Unternehmerin hatte den Spruch eines Investors, der sie als "heißes Babe" bezeichnet hatte, auf Facebook gepostet. Daraufhin wurde ihr gedroht, dass ihr im Silicon Valley niemand mehr Geld geben werde.

Schon drei Jahre zuvor hatte eine Unternehmerin die Nachricht eines Investors öffentlich gemacht, der ihr auf einer Berliner Tech-Konferenz eine E-Mail schickte, in der stand: "Ich werde Berlin nicht verlassen, ohne Sex mit Dir gehabt zu haben. Deal?" Sie war nicht die einzige Frau auf der Konferenz, die so eine Nachricht bekam. Der Investor entschuldigte sich öffentlich.

#MeToo erzeugte einen Aufschrei, der so groß war wie wohl keiner zuvor. Nur: Auch er wird bald verhallen, wird wieder ohne Konsequenzen bleiben, wenn Männer und Frauen ihn nicht zum Anlass nehmen, miteinander zu reden. Wenn sie nicht in Zukunft genauer hinsehen, deutlichere Grenzen setzen – und einhalten.

Bisher wird die Debatte vor allem von Frauen geführt. Die Frauen waren sehr laut und die Männer sehr leise.

Und deshalb soll am Ende dieses Artikels noch einmal der Fotograf Jeff Vespa auftreten.

Nach seinem Facebook-Beitrag über jene Begegnung zwischen Weinstein und seiner, Vespas, Frau war Vespa tagelang zu einer Art Anlaufstelle für die belästigten Frauen Hollywoods geworden. Immer mehr meldeten sich bei ihm. Und so beschloss er, etwas zu tun.

Seine Idee: Die Frauen sollen sich treffen und jene Männer, die wie Vespa glauben, lange genug still geblieben zu sein, auch. Sie sollen sich austauschen, sie sollen miteinander reden. Damit nicht wieder irgendein Filmkönig ein System des Schweigens errichten kann. Damit nicht der amerikanische Vizepräsident Mike Pence zum neuen Vorbild wird, der es grundsätzlich ablehnt, mit einer Frau allein in einem Raum zu sein, mit Ausnahme seiner Ehefrau.

Damit sich nicht Erlebnisse häufen wie jenes, das Jeff Vespa vor ein paar Tagen hatte.

Vespa hatte abends nach der Arbeit im Studio, wo er seinen Film vertont, eine seiner Mitarbeiterinnen nach Hause gefahren, eine junge Frau, von der er fachlich viel hält. Sie haben sich unterhalten, und dann hat er ihr angeboten, ihr bei ihrer künftigen Karriere zu helfen. Er hat das schon bei vielen jungen Kollegen getan, Männern wie Frauen.

Jetzt kam ihm sein Satz auf einmal komisch vor. Er klang plötzlich so belastet, so doppeldeutig. Vespa wusste nicht mehr, wie die Kollegin seinen Satz verstehen würde. Und da war sie auf einmal wieder da, die Wut auf Harvey Weinstein und Leute wie ihn, die es fast geschafft haben, ein paar freundlichen Worten die Unschuld zu nehmen.