Laut einer Studie des Ernährungsportals u3 haben Veganer ein erfüllteres Sexleben als andere. Die fleischlose Ernährung verlängere nicht nur die Dauer des Liebesakts, sie fördere auch dessen Häufigkeit. Arme Sozialdemokraten!, möchte man da reflexhaft aufheulen. Zuerst ist die Currywurst-Partei SPD bei der Bundestagswahl in ihrer eigenen Programmsoße ertrunken. Und jetzt sollen ihre Mitglieder auch noch fleischeslustloser durchs Leben, nun ja, vegetieren als die Veggie-Day-Grünen! Mich überzeugt der Glaube an die sexuelle Überlegenheit des Veganers überhaupt nicht: Wie soll man andauernd wilden, animalischen Sex haben, wenn man ausschließlich handzahm pflanzlich futtert?

Bisher habe ich, zugegeben, über die Erotik der Ofenkartoffel genauso wenig nachgedacht wie über die aphrodisische Wirkung der Romanesco-Pfanne mit Fregola. Anlässlich des Weltvegantags am 1. November wollte ich das gerade ändern, als mir eine Kollegin zurief, die ganze Sex-Ernährungs-Studie sei "doch Schwachsinn". Grund: "Die Überzeugung ›Beim Sex kommt es auf die Dauer an‹ ist doch voll siebziger Jahre." Voll siebziger Jahre? Dann passt der vegane Sex doch ganz gut zur SPD.