Wenn ein Stadion ausverkauft ist, sind keine Plätze mehr frei. Klingt logisch. Ist es aber nicht, wie man jedes Wochenende bei Spielen des HSV und des FC St. Pauli sieht. In den Stadien sind Sitze unbesetzt, es gibt Lücken in den Rängen. Wie kann das sein?

Man könnte jetzt spekulieren: Magen-Darm-Infekt, verschlafen, im Urlaub, die Blase drückt gleich nach Anpfiff, die Oma ruft kurz vor Aufbruch ins Stadion an, sie braucht dringend die Kuchenform zurück, und man kommt zehn Minuten zu spät zum Spiel. Hier wird aber nicht spekuliert. Hier werden Fakten präsentiert: Beim FC St. Pauli blieben bei jedem Heimspiel sechs bis zehn Prozent der Plätze leer, schreibt Pressesprecher Christoph Pieper. Ausverkauft heißt: 29.546 Zuschauer, doch in Wirklichkeit sind manchmal fast 3.000 weniger im Stadion.

Und es kann noch schlimmer kommen! Wenn der FC St. Pauli gegen einen Verein antritt, mit dem ihn keine innige Freundschaft verbindet (Hansa Rostock zum Beispiel), bleiben weitere Plätze leer. Sie nennen sich Pufferplätze und liegen zwischen Gäste- und Heimfans. Verpufft bei solchen Spielen die Stimmung, weiß man nun wenigstens, woran es liegt.