Abwehr-Wolken

Das Problem: Ohne Sonne wäre unsere Erde eine Wüste aus Eis, die wärmenden Strahlen sind also eigentlich gut für uns. Doch im Moment heizt sich die Erde zu stark auf, Hitze, Unwetter und schmelzende Gletscher sind nur einige der Folgen. Manche Forscher beschäftigen sich deshalb mit der Frage, wie man einen Teil der Sonnenstrahlen von der Erde fernhalten kann.

Die Idee: Künstliche Wolken hoch am Himmel sollen die Sonnenstrahlen abfangen. Darauf kamen die Wissenschaftler durch einen Vulkanausbruch, der sich vor 26 Jahren auf den Philippinen ereignete. Der Vulkan pustete damals eine große Menge des Gases Schwefeldioxid in die Luft. Daraufhin kühlte sich die Erde überall um ein halbes Grad Celsius ab. Dazu kam es, weil die Gas-Teilchen viele Sonnenstrahlen von der Erde fernhielten – so als hätte eine Menge klitzekleiner Sonnenschirme in der Luft geschwebt. Diesen Effekt wollen Wissenschaftler nun künstlich erzeugen. Doppelt so hoch wie ein Passagierflugzeug sollen Ballons fliegen und Schwefeldioxid ablassen. Schon bald soll es dafür den ersten Test geben, zunächst mit einem kleinen Ballon und sehr wenig Gas.

Kann das klappen? Viele Forscher haben große Bedenken. Niemand weiß genau, was dann auf der Erde geschieht. Manche befürchten sogar, es könnte in Afrika und Asien weniger regnen, wenn weniger Sonnenstrahlen auf die Erde treffen. Die künstlichen Wolken könnten am Ende also das Gegenteil bewirken und zu einer großen Dürre führen.

Schutz-Reflektoren

Das Problem: Noch mal die starke Sonneneinstrahlung – denn es gibt weitere Vorschläge, wie wir die Erde davor schützen können. Einer würde jedes Haus auf dem Planeten betreffen, einer spielt hoch oben im Weltall. Trotzdem sind sie sich sehr ähnlich.

Die Ideen: Ein paar Forscher kamen darauf, riesige Spiegel zu benutzen, um die Sonnenstrahlen wieder zurückzuschicken. Vielleicht könnte man diese Spiegel sogar direkt im Weltall platzieren? Ein ähnlicher Plan: Wenn alle Menschen ihre Häuser komplett weiß streichen würden, auch das Dach, dann würde ein großer Teil der Sonnenstrahlen von der Erdoberfläche abgelenkt – denn Weiß reflektiert alles Licht. So würde sich die Erde nicht so stark aufheizen.

Kann das klappen? Spiegel im Weltall zu installieren wäre nicht nur irrsinnig aufwendig, sondern auch sehr teuer. Hinzu kommt, dass die Spiegel – egal ob im All oder auf der Erde – gigantisch groß sein müssten. Nur dann würden sie genug Sonnenstrahlen reflektieren. Oder es müssten Milliarden kleiner Spiegel sein. Auch die angemalten Häuser haben einen Haken: Alle Menschen auf der Welt dazu zu bringen, die Gebäude weiß zu streichen, das scheint fast unmöglich. An diesen beiden Ideen wird deshalb im Moment nicht so stark geforscht.

Gas-Sauger

Das Problem: Für den Klimawandel wird vor allem das Gas CO₂ verantwortlich gemacht. Menschen pusten jeden Tag Unmengen davon in die Luft – mit Autos, Flugzeugen und Kraftwerken. Fast alle Wissenschaftler sind sich einig, dass wir sehr viel weniger CO₂ in die Luft blasen sollten, um die Erde zu schützen. Einige Forscher überlegen gleichzeitig, das Gas wieder aus der Luft herauszuholen.

Die Idee: Mit großen technischen Anlagen soll Luft eingesaugt und aus ihr das CO₂ herausgefiltert werden. Einige Unternehmen bauen solche Riesengeräte schon. Die saubere Luft lassen sie wieder in die Umwelt zurück, das herausgeholte CO₂ wird für verschiedene Dinge verwendet, zum Beispiel als Dünger für Gemüse. Eine besondere Filter-Anlage steht in Island. Sie zieht das CO₂ aus der Luft und pumpt es anschließend tief in den Boden. Dort verwandelt sich das Gas in Stein.

Kann das klappen? Bisher kann man das Gas nur in dem speziellen Boden auf Island versteinern. Dort ist aber nicht genug Platz, um alles CO₂, das aus der Luft verschwinden müsste, zu speichern. Ein anderes Problem: Die CO₂-Filter-Anlagen brauchen viel Platz und sind sehr teuer. Auch wissen die Forscher nicht genau, wie sich das Speichern auf den Boden und das Grundwasser auswirkt. Ob technische Filter also in Zukunft genug von dem Gas aus der Luft ziehen, um den Klimawandel zu stoppen, ist ungewiss.

Vielfraß-Algen

Das Problem: Die größten Klimaretter unseres Planeten sind Pflanzen. Sie ernähren sich vom Gas CO₂ und verwandeln es in Sauerstoff. Nur weil es Pflanzen gibt, haben wir auf der Erde überhaupt Luft zum Atmen. Würden also mehr Pflanzen wachsen, könnten sie zusammen auch mehr CO₂ in Sauerstoff umwandeln – und das Klima würde sich nicht mehr so stark verändern. Doch wir Menschen holzen eher Wälder ab, statt neue Bäume zu pflanzen.

Die Idee: Auch Algen können CO₂ aus der Luft filtern. Das Gute an ihnen ist, dass sie keinen Platz an Land brauchen und schnell wachsen, wenn sie die richtige Nahrung bekommen. Einige Arten mögen zum Beispiel besonders gern Eisensulfat. Wissenschaftler haben darum vorgeschlagen, die Meere damit zu düngen. So könnten sich spezielle Algen schnell vermehren – und dann viel CO₂ aus der Luft filtern. Sterben die Algen eines Tages ab und sinken auf den Meeresboden, nehmen sie das CO₂, das noch in ihren Körpern gespeichert ist, dorthin mit.

Kann das klappen? Wenn die Algen am Grund des Meeres verrotten, verbrauchen sie wiederum viel Sauerstoff. Andere Pflanzen und Tiere hätten dann womöglich nicht mehr genug davon, sie könnten ersticken. Vielleicht würden diese Klimaretter am Ende dafür sorgen, dass Arten aussterben.