Mit einem Rekord endete vor einigen Tagen die Versteigerung von 20 Möbeln der Französin Charlotte Perriand. Den höchsten Preis, der jemals für eines ihrer Stücke gezahlt wurde, erzielte ein schlichter Tisch aus Pinienholz, für den ein Bieter im Pariser Auktionshaus Artcurial 703.400 Euro bezahlte. Perriand ist in jeder wichtigen Galerie für Vintage-Design vertreten, 2013 ließ das Edellabel Louis Vuitton ein Strandhaus, das die Designerin in den dreißiger Jahren entworfen, aber nie realisiert hat, nachbauen und bietet es nun zum Kauf an. Aber weshalb eigentlich? Die meisten Möbel von Perriand sind wenig luxuriös, sondern reduziert und funktional. Statt für Villen eignen sie sich bestens für beengte Wohnverhältnisse. Der Tisch "Mexique" (1952) war für ein Studentenheim gedacht, genauso wie ein Regal, das Sammlern heute Unsummen wert ist. Der Grund liegt in Perriands Biografie: Ab 1927 arbeitete sie zehn Jahre lang für den Architekten Le Corbusier, später noch einmal. Er plante die Gebäude, sie richtete sie ein und wurde so zu einer wichtigen Künstlerin der Moderne. Außerdem stehen ihre Entwürfe für jene Ära des Mid-Century, die momentan wieder vielen gefällt – wie die Möbel von Charles und Ray Eames. Passionierte Sammler sind bereit, dafür auch sehr viel Geld zu zahlen.