Obwohl die Sondierungsgepräche in Berlin ins Stocken geraten sind, steht die erste Personalie im neuen Kabinett Merkel bereits fest. Wie aus gewöhnlich gut deformierten Kreisen zu erfahren war, wird der Grünen-Politiker Boris Palmer der neue Minister für Heimat- und Kulturschutz. Gegenüber Bild erklärte Palmer, er werde als Erstes ein Zentralheimatmuseum in landestypischer Stilmischbauweise mit Fachwerkimitation und Waschbetonkomponente errichten. "Jeder Besucher soll das Gefühl haben, in Deutschland zu sein", sagte Herr Palmer.

Im Museumsvorraum erwartet den künftigen Besucher ein zeitgeschichtlicher Abriss der frühen Bundesrepublik. Anhand des Adenauer-Mercedes, Typ W 186-300 mit 115 PS, bekommt er Einblick in das skandalöse Abgasverhalten damaliger Dienstfahrzeuge. Nebenan zeigt unter dem Titel Zu viel, zu fett ein übermannshohes Farbfoto saftige Kasseler Rippchen, Mettwurst und Sauerkrautbeilage. Ein Aufkleber erklärt sachkundig: "BRD-Bewohner lebten in der alten Zeit. Der Veggie-Day war ihnen noch unbekannt." Auch über die Kanzlerschaft Willy Brandts wird der Museumsbesucher umfassend aufgeklärt. Unbekannte Tonmitschnitte beweisen eindeutig, dass Brandt gegenüber Genossinnen zweideutige Komplimente gemacht hat. Illustriert wird die Vitrine durch Frauenporträts. Sie tragen Schilder mit der Aufschrift "Me too".

Der Haupttrakt des Zentralheimatmuseums ist laut Palmer der Parteigeschichte der Grünen vorbehalten. Eine Schautafel erläutert, wie die Grünen aus dem Schoß von Karl Marx krochen und sich dann in der Jamaika-Koalition mit dem Bürgertum versöhnen. Neben den berühmten Turnschuhen, die Joschka Fischer bei seiner Vereidigung trug, präsentiert das Museum auf einer Edelfilzunterlage den original anthrazitgrauen Hosenanzug, in dem Katrin Göring-Eckardt das Hartz-IV-Gesetz aushandelte. Eine lebensechte Wachsfigur zeigt sie aufopferungsvoll im Straßenkampf gegen Kinderarmut. Höhepunkt der Ausstellung ist die Schau "Schick in Strick". Darin findet sich der Flauschgarn-Winterpullunder, den die grüne Abgeordnete Waltraud Schoppe in nur sechs Bundestagssitzungen fertigstellte.

Bedauerlicherweise hat der Eröffnungsredner bereits abgesagt. Christian Lindner ließ ausrichten, er weile zum fraglichen Zeitpunkt in Brüssel, um den Abfluss von ehrlichem deutschem Steuergeld in die leeren Taschen Macrons zu verhindern. Macron wolle, dass bei uns die Lichter ausgingen und wir Deutsche in selbst gefertigten Wollstrickpullundern mit klassischem Rautenmuster herumliefen. An diesem Punkt sei für ihn

FINIS