Wir wissen zwar nicht genau, ob William Shakespeare in zeitloser Weitsicht an Christian Lindner und Katrin Göring-Eckardt dachte, als er 1596 Romeo und Julia schrieb. Seine Zeilen aus der berühmten Balkonszene zu Verona lassen sich aber fast wortgleich auf aktuelle Balkonszenen zu Berlin übertragen (zur Erinnerung: Romeo und Julia stammen aus verfeindeten Häusern, so wie Christian und Katrin):

Katrin: Nicht Du, bloß Dein Name ist mein Feind; Du würdest Du selbst sein, wenn Du gleich kein Liberaler wärest. Was ist liberal? Es ist weder Hand noch Fuß, weder Arm noch Gesicht, noch irgend ein andrer Teil .

Christian: Ich nehme Dich beim Wort; nenne mich nur Deinen Koa-Partner, und ich will meinem Parteinamen entsagen – so wie Du von nun an keine Grüne mehr bist.

Katrin: Wer bist Du, der Du hier, in Slim-fit-Anzüge gehüllt, mein einsames Selbstgespräch belauschst?

Christian: Mein Name, teure Kohle-Aussteigerin, ist mir selbst verhaßt, weil er ein Feind von Dir ist .

Bisher waren die Balkongespräche Verlorene Liebesmüh . Jetzt entscheidet sich, ob aus der Komödie der Irrungen durch Der Widerspenstigen Zähmung ein Ende gut, alles gut wird. Oder ob das Was ihr wollt der Parteien in Viel Lärm um nichts endet.