Auf der Buslinie 13 passiert es immer wieder. Da kommt, gerne morgens gegen 8.25 Uhr, ein Bus – und der nächste 13er fährt gleich hinterher. Danach ist 13 lange Minuten Pause, während die Fahrgäste im Regen stehen. Und dann erscheinen wieder zwei Busse fast gleichzeitig.

Versteht sich, dass dieser Rhythmus für Spekulationen unter den Kunden sorgt. Fahren die Busfahrer aus Sicherheitsgründen (wildes Wilhelmsburg!) paarweise? Warten sie aufeinander, um in der Pause gemeinsam eine Zigarette rauchen zu können? Oder erklärt sich die 13-minütige Pause daraus, dass es sich um die Linie 13 handelt – und man darf glücklich sein, dass dies nicht die Linie 57 oder gar die 125 ist?

In Wirklichkeit steckt ein Phänomen dahinter, das bei der Hochbahn längst einen Namen hat: "Pulkbildung". Die 13er Busse fahren im Fünfminutentakt los, aber auf der Strecke geschieht so einiges: Stau. Ampeln sind rot. Fahrgäste steigen langsam ein. Einige lösen ein Ticket und kramen ewig nach Geld. Passiert das einem Bus mehrfach, sagt Christoph Kreienbaum von der Hochbahn, wächst seine Verspätung, während der nachfolgende aufholt.

Nun eskaliert das Problem: Je später der erste Bus unterwegs ist, desto mehr Passagiere warten auf ihn und müssen abgefertigt werden, während der hintere Bus immer weniger Fahrgäste abbekommt, je mehr er sich dem vorderen nähert – denn wo er auch hinkommt, der letzte Bus ist gerade erst abgefahren. Am Ende folgt ein fast leerer Bus unmittelbar auf einen vollen.

Was dagegen hilft? Busspuren. Bushaltestellen hinter, nicht vor Kreuzungen. Intelligente Ampeln, die Bussen Vorrang gewähren. Wir werden in der Elbvertiefung berichten, wenn klar ist, was sich auf Linie 13 tun lässt.

Nur eins wird niemals klappen: die Fahrgäste dazu zu bringen, auf Bus Nummer zwei zu warten, statt gesammelt – "Wer will kuscheln?!" – in Bus Nummer eins zu stürzen.