Die weltweite Empörung über Trump war wieder einmal gewaltig. In der vergangenen Woche hieß es im Land der unbegrenzten Torheiten, dass Teile von Elefanten aus Sambia und Simbabwe demnächst wieder in die USA eingeführt werden dürften. Dabei hatte die Regierung Obama erst 2014 den Import – meist geht es dabei um Stoßzähne – aus diesen Ländern verboten. Nun hob die Behörde US Fish and Wildlife Service das Verbot wieder auf.

Auch im eigenen Land schlug dem Präsidenten heftiger Protest von Naturschützern entgegen. Offenbar überrascht davon, ruderte Trump zurück; er verschob die Entscheidung und twitterte: "Es wird schwer sein, mich davon zu überzeugen, dass diese Horror-Show dem Schutz von Elefanten oder irgendeiner anderen Tierart dient."

Die Bilder zu "dieser Horror-Show" findet man leicht im Netz, zum Beispiel Fotos von Trumps Sohn Donald jr., auf denen er mit einem Messer in der rechten und einem Elefantenschwanz in der linken Hand posiert: Seht her, meine Trophäe!

Natürlich gibt es viele gute Gründe, gegen den Abschuss majestätischer Tiere wie Elefanten und Nashörner zu sein; vor allem wenn es nur darum geht, dass Jäger sich eine Trophäe an die Wand hängen können. Dennoch ist die derzeitige Empörung über den Trump-Clan, so wohltuend sie sein mag, in diesem Fall nicht nur billig, sondern sogar scheinheilig.

Denn so eindeutig, wie es im ersten Moment aussieht, ist der Jagdtourismus gar nicht zu bewerten. Selbst unter Artenschützern gibt es Befürworter. Sie argumentieren, dass das Geld, das reiche Jäger in armen afrikanischen Ländern lassen, dort dem Naturschutz zugute komme. Ganz leicht ist dieses Argument nicht von der Hand zu weisen. Tatsächlich vermehrt sich manch seltene Art in Großwildreservaten besser als in freier Wildbahn, wo sie durch Lebensraumzerstörung, Wilderei und Konflikte mit Menschen unter starkem Druck steht.

Vor allem aber übersieht die hiesige Aufregung, dass die einschlägigen deutschen Gesetze noch viel laxer sind als die viel kritisierten amerikanischen. So dürfen etwa Trophäen von Elefanten aus Sambia, Simbabwe und einer Reihe anderer afrikanischer Staaten wie Namibia, Botswana und Südafrika ganz legal nach Deutschland eingeführt werden – obwohl die Art auf der Roten Liste steht. Einfach die nötigen Papiere der Herkunftsländer vorlegen, schon gibt es vom Bundesamt für Naturschutz eine Einfuhrgenehmigung. Denn auch deutsche Trophäenjäger haben die Tiere im Visier: 2016 schossen sie achtzehn Elefanten in Simbabwe, in diesem Jahr waren es bislang zwölf.

Natürlich ist es richtig, die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Trophäenjagd zu stellen. Doch man sollte es sich nicht so einfach machen, nur auf die Amerikaner zu schimpfen. Auch deutsche Politiker tragen dafür Verantwortung.