In den folgenden Tagen des Putsches schläft Prince Nzou fast nicht. An Arbeit ist ohnehin nicht zu denken. Er weiß ja nicht mal, welcher Kopf nun auf dem Poster prangen soll, das zum besonderen Parteitag im Dezember lädt. Der von Emmerson Mnangagwa? Auf die Straße geht er auch lieber nicht mehr, weil dort die Menschen jubeln, dass der Alte endlich vertrieben wurde. Dieselben Soldaten, die nun von den Passanten als Helden begrüßt werden, galten gestern noch als Steigbügelhalter des verhassten Regimes. Das Militär lässt sich die Sympathiebekundungen gern gefallen, verleiht es ihm doch Legitimität. Man hat ja nur auf Wunsch des Volkes gehandelt!

Keiner weiß gegenwärtig, wohin die Reise gehen wird, doch endlich scheint vieles möglich zu sein. An allen Ecken der Hauptstadt Harare demonstrieren plötzlich Menschen. Studenten. Christen. Angehörige der Zivilgesellschaft. Sie hoffen, dass Mnangagwa nur ein Mann des Übergangs ist. Sie setzen auf die Wahlen im nächsten Jahr. Sie hoffen, dass sie frei und fair sein werden. "Und dann", ruft eine Studentin, "werden wir die Zanu PF endlich abwählen. Dann wird eine neue Zeit beginnen!"

Die Skeptischeren erinnern daran, dass auch das Krokodil ein Mann der alten Ordnung ist. Einer, der alles gewagt hat, um Mugabe zu beerben – und der nun viel zu verlieren hat. So ist die Lage an diesem Dienstagabend in Harare: Hinter dem ersten entschiedenen Machtkampf – Mugabe gegen Mnangagwa – lauert bereits ein zweiter.

Es ist der zwischen einer autoritären Partei und all jenen im Land, die wirkliche Freiheit wünschen.