Das Wiener Autorenpaar Ernst Strouhal und Michael Ehn ist ein unerschöpflicher Born schachhistorischer und anderer Entdeckungen, die oft im kulturellen Schachmagazin Karl Eingang finden. So auch der 1855 in Maryland geborene erste afroamerikanische Schachmeister Theophilus Thompson, quasi der Urahn des ersten afroamerikanischen Großmeisters Maurice Ashley, eines virtuosen Kommentators großer Schachereignisse und per Du mit Kasparow, Carlsen und Co.

Von solcher Anerkennung konnte das Kind einer Sklavenfamilie mit dem schönen Namen Theophilus, auf Deutsch Gottlieb oder (latinisiert) Amadeus, nur träumen, zumindest in seinen frühen Jahren musste er des Öfteren um sein Leben fürchten, sein späteres Schicksal verliert sich völlig im Dunkeln. Doch als er in die Dienste von John K. Hanshew trat, sollte sich sein Leben sehr aufhellen.

Dieser, ein begeisterter Schachspieler und Problemkomponist, lehrte seinen jungen, wissensdurstigen Hausdiener das Spiel und förderte ihn nach Kräften. Theophilus wurde schnell nicht nur ein glänzender Schachspieler, sein Buch Chess Problems von 1873 (also als 18-Jähriger geschrieben!) mit eigenen Problemen erfuhr sogar weltweit Beachtung und ist Zeugnis seiner ungewöhnlichen und frühen Begabung.

Ungewöhnlich ist auch dieser Zweizüger, bei dem eine meist unscheinbare Figur selbst noch in ihrem Verschwinden eine Hauptrolle spielt. Wie setzt Weiß am Zug im zweiten Zug matt?

Lösung aus Nr. 47:

Wie gewann Schwarz schnell?

Nach 1...Dg3! 2.h3 (2.Kg1 Dxh2+ 3.Kf2 Txf3+! 4.Kxf3 Se5+ mit Gewinn) Ld6 3.Kg1 Txh3 gab Weiß auf: 4.Dxe3 Th1+! 5.Kxh1 Dh2 matt. Viel schlechter wäre 1...Txh2+ 2.Kxh2 Dh4+ 3.Kg1 Ld6 4.g3 (nicht 4.Dxe3 Lh2+ mit Matt) gewesen

Anm. d. Red., 23.11.2017: Im Originaltext wurden fälschlicherweise Lebensdaten für Maurice Ashley angegeben. Wir haben dies online korrigiert.