Hamburgs Bar- und Clubbetreiber haben es schwer. Flaute am Tresen, weil die Jugend lieber vor dem Kiosk cornert, Umsatzeinbrüche wegen G20 – und jetzt auch noch die meistgehasste Witwe der Popgeschichte. Erst verklagte Yoko Ono die Bar "Yoko Mono" im Karolinenviertel und bekam recht: Betreiber Nima Garous-Pour darf den Namen nicht mehr verwenden, etwa 6.000 Euro müsste er zahlen, sollte er nicht in die nächste Instanz gehen. Nun ist die nächste Klage eingegangen, Garous-Pours zweite Bar heißt nämlich "John Lemon". Auch das passt Ono nicht. Einer gleichnamigen polnischen Limonadenmarke hat sie schon erfolgreich die Verwendung von "John Lemon" untersagt.

Was soll das? Man kann nur hoffen, dass sich die 84-jährige New Yorker Künstlerin in den Fängen gieriger Abmahn-Anwälte befindet und nicht aus eigenem Antrieb handelt. Das wäre ungerecht gegenüber der Hamburger Szene. Anderswo mag Yoko Ono als böse Hexe gelten, die die Beatles auseinandergebracht hat. Hier nicht. Ihr legendäres Bed-in mit Ehemann Lennon zur Durchsetzung des Weltfriedens, ihre Schrei-Attacken (zuletzt gegen Donald Trump): An verrauchten Tresen wie dem des Yoko Mono sprach man vom Werk der Künstlerin mit großem Respekt.

Vorbei. Das Yoko Mono hat inzwischen geschlossen. Garous-Pour hat am Valentinskamp in den Räumen des ehemaligen Madhouse ein neues Lokal eröffnet. Es heißt Mono, wird aber von allen nur Yoko genannt. Und das John Lemon heißt intern jetzt Johann Zitrone. Das hat Frau Ono jetzt davon.