Gleich, wie schön das Leben ist oder wie schwer: Meist fließt es, Alltag genannt, dahin. Daraus ragen Momente hervor, in denen sich das Leben verdichtet, weil sie frei sind von jener Zweideutigkeit, die dem Alltag innewohnt. Situationen, in denen sich klärt, was das eigene Leben ist und wie es sein könnte.

Das 17. Lebensjahr ragt ebenso hinaus aus dem Fluss der Lebenszeit. In dieser Zeit verdichten sich die Erfahrungen der Kindheit und der Ausblick aufs Erwachsensein. Unbedarftheit und Ernst, Albernheit und Anflüge von Weisheit, leere Gesten und Verantwortung wechseln einander ab.

Die Chancen-Redaktion wollte wissen, wie der Blick dieser 17-Jährigen auf das vergangene Jahr ist. Was haben sie über das Leben erfahren, in den besonderen Momenten? Schließlich sind sie zugleich der erste Jahrgang einer Generation, die nach der Jahrtausendwende geboren wurde. Es kommt eine Jugend zu Wort, von der man noch wenig weiß, außer: Sie wächst ganz selbstverständlich mit dem Internet auf und damit in einer Welt, die so global ist wie nie zuvor.

So global, wie diese Jugend ist, so global wurde sie befragt. Siebzehn 17-Jährige aus 17 Ländern. Tatsächlich fallen zuerst die Unterschiede in den Antworten auf. Einer erzählt, wie er mit dem Wagen im Sand stecken bleibt und sich dafür geniert; ein anderer fürchtet, auf dem Schulweg sein Leben zu verlieren.

Aber darunter ahnt man eine geteilte Geschichte. Dieses Gemeinsame geht weit über die große Bedeutung der Bildung hinaus, die sich aus allen Antworten herauslesen lässt. Da ist Gergö aus Ungarn, der sich freut, dass sein depressiver Freund eine Freundin gefunden hat. Oder Aixa aus Spanien, die vergessen will, dass sich ihre Eltern getrennt haben. Gemeinsam ist ihnen, dass ein verletzliches Individuum spricht, eines, das an die Notwendigkeit gegenseitiger Hilfe und an die Liebe glaubt und weiß, dass nichts und niemand auf dieser Welt ohne sie gedeihen kann.

Viel mehr muss man auch gar nicht wissen.

Die folgenden Protokolle wurden zusammengestellt von Selina Bettendorf, Amrai Coen, Sunaina Kumar, Sun Narin, Jeannette Otto, Maximilian Probst, Sarah Ruhland, Katrin Schmiedekampf, Anna-Lena Scholz, Christina Schott, Sugárka Sielaff