I. Hoch gesteigert, nicht bezahlt

"Du hast Diamanten und Perlen, / Hast alles, was Menschenbegehr ...", schwärmt Heinrich Heine von der Geliebten. Bei den Diamanten hat er gewiss nicht an die Steine gedacht, die inzwischen Millionen bei Auktionen erlösen. Mit umgerechnet 62 Millionen Euro war der "Pink Star" 2013 der teuerste Diamant. Schönheitsfehler: Der Bieter zahlte nicht. 2017 wurde er noch einmal versteigert – für umgerechnet 67 Millionen Euro in Hongkong. Und wieder wartete das Auktionshaus vergeblich auf die Bezahlung. Da nützten dem Diamanten weder Reinheit noch Farbe, weder Gewicht noch Schliff.

II. Auf die C kommt es an

Diese "Vier C" sind es, nach denen sich der Wert eines Diamanten bemisst: Clarity (Reinheit), Carat (Gewicht), Colour (Farbe) und Cut (Schliff). Für jedes C gibt es festgelegte Abstufungen, damit die Qualität vergleichbar ist.

III. Fehlerlos am schönsten

Die Reinheit beginnt mit "Flawless", also "fehlerlos", und führt über "Very, very small inclusions" (VVS1 oder VVS2) mit ganz wenigen Einschlüssen bis zu Einsprengseln (P1–3). Bei der Farbbestimmung stehen D–E für ein "Hochfeines Weiß" (River), während die letzten Buchstaben des Alphabets (S–Z) eine starke Tönung (Yellow) signalisieren.

IV. Ein Gersten- oder Weizenkorn

Das Gewicht wird in Karat (Kt oder Ct) gemessen und umschreibt die Größe des Steins. Im Mittelalter entsprach ein Karat drei Gersten- oder vier Weizenkörnern. 1875 wurde das metrische Karat eingeführt, es entspricht einem Gewicht von 200 Milligramm. Der schwerste Rohdiamant wog mit 3106,75 Karat mehr als ein Pfund. Allerdings wurde er in 105 Steine aufgeteilt, von denen der größte – über 100 Gramm schwer – das britische Zepter schmückt.

V. Smaragd oder Navette?

Je höher die Qualität des Schliffs ist, desto funkelnder der Diamant. Nur drei von hundert Diamanten haben den perfekten Schliff. Das heißt, ihr Licht bricht sich im Diamanten so, dass das reflektierte Licht wieder sehr direkt nach oben geführt wird und der Edelstein entsprechend funkelt. Oft hat er andere Formen wie den rechteckigen Samaragd-Schliff oder den Navette-Schliff, der einem Schiffsrumpf ähnelt. Aufgepasst: Brillant ist kein Synonym für Diamant, sondern eine Art des Schliffs. Der Preis richtet sich danach, wie die "Vier C" zusammenklingen.