Die AfD-Fürstin Doris von Sayn-Wittgenstein möchte zwar nicht, anders als Loriots Lottogewinner Erwin Lindemann, im Herbst eine Herrenboutique in Wuppertal eröffnen. Dafür besitzt sie einen Massage-Salon in Dossenheim. Verwirrt sind sie beide. Der Erwin weiß nicht mehr, ob er Lindemann oder Lottomann heißt. Und die Doris will sich nicht mehr daran erinnern, ob das Sayn und der Wittgenstein genauso zu ihr fanden wie der Siegelring und die Perlen-Ohrringe – gegen Bares. Im Hause Sayn-Wittgenstein jedenfalls war eine Doris bislang nicht bekannt. Das Fachorgan für alles Adlige, die Bild-Zeitung, berichtete unlängst, dass bei Titelhändlern der Name Sayn-Wittgenstein ähnlich reißenden Absatz findet wie bei der AfD das Ressentiment. Nicht dass sich eine AfD-Adelige am Ende als gemeine Rassistin entpuppen könnte, überrascht uns – wie könnte es das? Sondern dass Hochadel so tief sinken kann, dass er im Trachtenjanker posieren muss. Ob nun adelig oder nicht, wir bieten der AfD-Rechten ein wenig Lebenshilfe à la Loriot: Folgen Sie Frau Hoppenstedt und machen Sie ein Jodeldiplom – dann haben Sie was Eigenes. Denn wer was Eigenes hat, braucht die AfD nicht mehr.