Obwohl die Europäische Zentralbank nun weniger neue Wertpapiere pro Monat kauft, wenden sich die Kritiker einer expansiven Geldpolitik immer noch gegen diese sogenannte quantitative Lockerung. Vor allem nordeuropäische Zentralbanker gehören dazu, Bundesbankpräsident Jens Weidmann etwa, sein niederländischer Kollege Klaas Knot oder Sabine Lautenschläger, die im Direktorium der EZB sitzt. Sie sind bereit, den EZB-Rat bei seinem Treffen in der kommenden Woche unter Druck zu setzen, um zu verhindern, dass er seine Botschaft aufrechterhält: Mindestens bis September 2018 weiter zu kaufen.

Es ist vor allem das "mindestens", verbunden mit dem starken Hinweis auf ein offenes Ende, was diese "Falken" ablehnen. Sie wollen, dass die EZB ein klares Schlussdatum festlegt.

Es ist aber unwahrscheinlich, dass der EZB-Rat seine Botschaft abmildert. Alles geht jetzt seinen Weg, der Aufschwung der Wirtschaft ist überraschend robust, die Arbeitslosigkeit niedrig, und die Unterschiede in den Zinsen für Staatspapiere sind gering zwischen südlichen und nördlichen Euro-Ländern. Das deutet darauf hin, dass der Süden finanziell stabil ist und damit auch die gemeinsame Währung auf starken Füßen steht.

Warum also eine Veränderung? Es wäre sowieso eine sehr schlechte Idee, die jüngste Verlängerung des Wertpapierkaufprogramms mit einem Enddatum zu versehen

Nachdem im Oktober bekanntgegeben wurde, dass der EZB-Rat seine monatlichen Wertpapierkäufe halbieren würde auf 30 Milliarden Euro, erlebten die Märkte keinen Euro-Wutanfall – einen drastischen und plötzlichen Anstieg des Euro-Wechselkurses, wie ihn viele befürchtet und vorhergesehen hatten. Vielmehr nahm der Außenwert des Euro leicht ab.

Das offene Ende der Verlängerung hat die Märkte überzeugt, dass eine Zinserhöhung noch in weiter Zukunft liegt, was dazu führt, dass Anleger Euro eher verkaufen als kaufen – und europäische Waren in der Welt eher günstig sind. Das ist ein deutlicher Beweis dafür, dass die Strategie der EZB, langsam an den Ausstieg heranzugehen, der richtige Weg ist.