Was zwei Spiele ausmachen können! Die Stimmung im Verein war vorher nicht gut, jetzt ist sie miserabel. Die Angst vor dem Abstiegskampf wächst. Das Selbstbewusstsein der Spieler ist so groß wie ein Chihuahua-Welpe. Die Spielerverpflichtungen im Sommer werden ebenso infrage gestellt wie die Qualität des Trainers.

0 : 4 und 0 : 5: Der FC St. Pauli hat die letzten Spiele nicht nur verloren, die Mannschaft wurde demontiert. Und das von Gegnern, denen man vor der Saison eher zugetraut hatte, ein braver Punktelieferant für die Hamburger zu sein.

0 : 4 zu Hause gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth, die auf dem vorletzten Tabellenplatz steht. Eine Woche später 0 : 5 bei Arminia Bielefeld, einem Aufsteiger.

Wie konnte das passieren?

Es konnte passieren, weil bei diesem Verein in dieser Saison maximal viel schiefgegangen ist. Das ist gleichzeitig eine gute und eine schlechte Nachricht. Beginnen wir mit der schlechten:

Der FC St. Pauli ist nicht das, wofür er sich selbst hielt und wofür auch viele Beobachter ihn hielten. Er ist kein Anwärter auf die ersten drei Plätze der Liga. Er ist kein Aufstiegskandidat und hat keine Mannschaft, die konstant gegen die besten Teams der Liga punkten kann.

Im Gegenteil: Der FC St. Pauli muss sich eher gegen den Abstieg verteidigen. Er steht mit 20 Punkten nach 16 Spielen auf Rang 13, der Abstand zum Relegationsplatz beträgt nur zwei Punkte. Und nicht nur die letzten zwei Spiele geben wenig Hoffnung auf Besserung. Sieben Mal in Folge konnte die Mannschaft von Trainer Olaf Janßen nicht gewinnen. Zum letzten Mal siegte sie am 1. Oktober in Braunschweig.

Seit Monaten zeigt die Mannschaft vor allem im heimischen Millerntorstadion erbärmliche Leistungen. Sie spielt nicht konstant, bringt eine Halbzeit lang eine starke Leistung, um in der zweiten einzubrechen. Sie ist, wie in Bielefeld, in den ersten zwanzig Minuten spielbestimmend, um nach dem ersten Gegentor völlig unterzugehen.