Sein Geld hat Frank Brabant mit Diskotheken gemacht und es in Kunst des 20. Jahrhunderts angelegt. Die Geschäfte müssen gut gelaufen sein: In seiner Sammlung tauchen Namen wie August Macke, Pierre Bonnard oder Ernst Ludwig Kirchner auf. Er besitzt über 600 Werke, auch solche von Paul Klee oder A. R. Penck hingen bis vor Kurzem in seiner Wohnung. Doch nun glaubt Brabant, dass die Zeit reif für eine Schenkung ist: Der 79-Jährige wird seine Kunst ins Museum geben. Bloß die Frage, wer das Rennen um die "Stiftung Frank Brabant" macht, blieb eine ganze Weile lang ungeklärt. Brabant ist in Schwerin geboren und groß geworden, in Wiesbaden lebt der Sammler seit den späten fünfziger Jahren. Und dann gibt es da noch Haus Opherdicke, ein Wasserschloss im Kreis Unna und treuer Aussteller der Exponate. Am Ende hat sich der Unternehmer für eine halbwegs salomonische Lösung entschieden: Er teilt den Besitz. Allerdings zwischen Mecklenburg-Vorpommern und der hessischen Landeshauptstadt. Unna geht leer aus. Das Staatliche Museum Schwerin zeigt schon jetzt in seiner aktuellen Ausstellung Von Beckmann bis Jawlensky, was es einmal bekommt: vor allem Kunst des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit. Von beidem besitzt die Institution bislang wenig. Wiesbaden greift dem künftigen Erbe ebenfalls vor und wird seine Auswahl im Sommer 2018 präsentieren. Wer was bekommt, war Thema langer Sitzungen der Museumskuratoren, die Brabants private Sammlung so geordnet haben, dass sie die Bestände der Häuser jeweils sinnvoll ergänzen. Im gemeinsamen Katalog sind die Geschenke farblich gekennzeichnet: Blau für Wiesbaden, Rot für Schwerin. Doch Brabant denkt noch viel weiter, seine Stiftung regelt alles bis ins Detail. Beide Museen dürfen sich Werke beim jeweils anderen leihen, wenn sie etwas brauchen. Es ist also durchaus möglich, Sammlungen zu teilen, wenn es die Beteiligten wollen.