Der Stadtpark – seit dem 9. September verbinden die Hamburger viel, viel mehr mit ihm als Grün, Biergartenstreit, Planetarium und Matschwege. Nämlich: die Rolling Stones! Über 80.000 Fans haben ihr Auftaktkonzert zur Europatournee auf der Festwiese besucht; die alten Herren und ihre unzähligen Mitarbeiter und Fans wüteten wie eine Naturgewalt. Als es vorbei war, musste auf 15 Hektar Wiese neuer Rasen ausgesät werden; ein paar Bereiche mit sensiblen Pflänzchen werden immer noch von Bauzäunen geschützt. Und Querfeldeinspazierer stolpern über mysteriöse Metallgerüste, die unter den Büschen im Gras herumliegen.

Wenn sie sich nach dem Sturz wieder hochgerappelt haben, rätseln sie: Handelt es sich um Teile der Konzert-Bühnenkonstruktion, die vergessen wurden und für die sich, weil Keith Richards linker Fuß oder gar Mick Jaggers Zunge sie womöglich berührt haben, auf dem Rockstar-Reliquienmarkt attraktive Summen erlösen lassen? Wurden die Gestänge gar absichtlich zurückgelassen, eine Liebesgabe der erfolgreichsten Rock-’n’-Roll-Band der Welt an ihr begeistertes Hamburger Publikum? Oder platzierte ein enttäuschter Subsubsubunternehmer die Dinger voll Hinterlist im Gebüsch, um sich an jenen Leuten im Bezirksamt zu rächen, die ihm die letzten, eigentlich ihm versprochenen Freikarten vor der Nase weggeschnappt haben – und wartet nun darauf, dass genau jene Behördenmitarbeiter beim Mittagsgang im Stadtpark über die tückischen Gerüstteile stolpern und sich die Beine brechen?

Apropos Bezirksamt: Liegen die Gebilde deshalb schon so lange scheinbar unberührt im Gras, weil man sie für immer hier belassen, sie "der Natur überantworten" will, so wie es mancher Radfahrer tut, der sein treues Schrottrad für immer an die nächste Hecke lehnt? Eine Verbeugung gewissermaßen vor den immerwährenden Gewalten der Natur – denn mal ehrlich: Was sind die Stones anderes?

Doch beim Bezirk Nord hält man nichts davon, "Metallgestände als Gestaltungselement in das Pflegekonzept für den Stadtpark aufzunehmen", sagt Sprecher Jan-Peter Uentz-Kahn. Nein, alles geht mit rechten Dingen zu: Bis zum Erscheinungstag dieses "Warum funktioniert das nicht?" sollen die Gestelle verschwinden, das hat der Konzertveranstalter dem Amt versprochen.

Und von wegen Denkmal oder gar Rachemal: Es handelt sich nicht um durch Starkontakt geweihte Bühnenteile, sondern um banale Transportvorrichtungen für besagte Bauzäune, die den neuen Rasen vor den Füßen der Spaziergänger schützen sollen. Diese Metallteile blieben liegen, als die Landschaftsgärtner beziehungsweise deren Helfer überstürzt und offenbar in heller Panik aus dem Stadtpark flohen.

Wovor sie flohen? Das werden wir ein anderesmal enthüllen.