Im Fußball kann Marco Bode (48), der ehemalige Nationalspieler und Europameister, dem 27-jährigen Schachweltmeister und leidenschaftlichen Hobbykicker Magnus Carlsen wohl noch immer etwas vormachen. Doch vor Kurzem trafen sie am Schachbrett aufeinander. Anlässlich einer Gesundheitskonferenz der ZEIT und auf Einladung der Computerschachfirma Chessbase spielte Carlsen in Hamburg ein Uhrenhandicap-Simultan, wobei er für alle 13 Partien zusammen nur 30 Minuten hatte, während jeder seiner Gegner jeweils für die eigene Partie ebenso viel Bedenkzeit hatte. Ständig musste Carlsen wie ein Luchs Ausschau halten, wenn ein oder gar mehrere Gegner gleichzeitig gezogen hatten, um den eigenen Zeitverlust möglichst gering zu halten. In bravouröser Weise gewann er trotzdem alle Partien, auch Marco Bode unterlag schließlich nach prächtiger Gegenwehr. Dabei musste er sogar, völlig Schach-atypisch, weitgehend im Stehen spielen, starke Rückenbeschwerden zwangen den heutigen Aufsichtsratschef des SV Werder Bremen dazu.

Apropos Aufsichtsrat. Leider konnte auch der hervorragende Schachspieler Richard Lutz, im Hauptberuf Bahnchef, der einst mit Carlsens erstem Trainer, Großmeister Simen Agdestein, bei der Jugend-EM gespielt hatte, wegen einer Aufsichtsratssitzung nicht antreten – gelegentlich scheint es Wichtigeres als Schach zu geben.

Ein schönes (Opfer-)Finale gelang Carlsen als Weißem gegen den Slowaken Lukas Varga. Wie kam’s?

Lösung aus Nr. 51:

Welcher Coup gewann für Schwarz sofort?

Nach dem Turmopfer 1...Tg1+! gab Weiß schon auf, weil nach 2.Sxg1 h2 der schwarze Freibauer sich im nächsten Zug unweigerlich in eine neue Dame verwandelt. Natürlich hätte auch 1...Tg2 (langsamer) gewonnen