Der Advent ist für viele die teuerste Zeit im Jahr. Die Unternehmensberatung Ernst & Young hat ermittelt, dass die Deutschen dieses Jahr durchschnittlich 266 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben werden, insgesamt also etwa 18 Milliarden Euro. Auch das kam in der Studie heraus: Zwei von drei Geschenken werden immer noch in der Offline-Welt gekauft, zum Beispiel in den Innenstädten.

Wer mit dem Auto kommt, hat beim Parken zwei Möglichkeiten. Am Straßenrand: 50 Cent pro zehn Minuten, allerdings ist nach zwei Stunden oder sechs Euro Schluss, maximale Parkzeit erreicht. Alternativ: ein Parkhaus für 1,50 Euro pro halbe Stunde. Hier steht der Wagen trocken, schröpft aber auch das Budget.

Nun hat Sprinkenhof, die Betreiberfirma vieler Hamburger Parkhäuser – unter anderem am Rödingsmarkt, Michel und der Katharinenkirche –, mit Beginn der Adventszeit die Preise fürs Tagesticket um bis zu 20 Prozent erhöht. Zufall oder Kalkül? Man schaue sich, sagt Lars Vieten, Sprinkenhof-Sprecher, jedes Parkhaus einzeln an. "Wenn wir feststellen, dass ein Parkhaus nicht wirtschaftlich ist, passen wir die Preise an." Außerdem: Wer ein Tagesticket kaufe und die vollen zwölf Stunden ausnutze, könne immer noch für einen Euro pro Stunde parken.

Im norddeutschen Vergleich ist das Parken in Hamburg zwar tatsächlich ziemlich teuer. Im Vergleich mit anderen Metropolen steht Hamburg aber schon besser da. In den Parkhäusern in der Münchner City kostet die Stunde bis zu vier Euro, Tagestickets bis zu 30 Euro. Und in Berlin kostet eine Stunde etwa so viel wie in Hamburg, die Tagespreise sind in der Hauptstadt aber teils doppelt so hoch.

Ist das Parken in Hamburg also gar ein Schnäppchen?

Nicht wirklich. Im vergangenen Jahr nahm die Stadt 12,8 Millionen Euro Parkgebühren ein, ein Drittel mehr als 2015. Und zu Beginn dieses Jahres wurden die Gebühren noch einmal erhöht, auf nun üblicherweise drei Euro pro Stunde. Dass das nicht unbedingt nötig war – dass also der sogenannte Kostendeckungsgrad, die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben, sehr hoch ist – kann man in einer Drucksache des Senats nachlesen: "Der hohe Kostendeckungsgrad erklärt sich mit der beabsichtigten Lenkungsfunktion des Verhaltens der Verkehrsteilnehmer." Soll heißen: Sind die Parkgebühren erst hoch genug, könnten weniger Autos kommen. Das wiederum kann auch Vorteile haben: Wenn die Preise unerschwinglich sind, findet man wenigstens freie Parkplätze.