Sie war das Wunderkind der Familie, mit vier Jahren konnte sie lesen und schreiben. In ihrer zur Legende umgeschriebenen Familiengeschichte verklärte sie ihre "schöne Mutter" zum Leitstern ihrer Begabung. Umhegte Jugendjahre verbrachte sie in einer engen Industriestadt. Die erste ihrer beiden Ehen führte sie in eine turbulente Metropole, dort war sie bald eine der auffälligsten Persönlichkeiten der Boheme. Sie verzichtete auf bürgerliche Lebensformen und bewegte sich frei in einem Freundeskreis aus Literaten und Künstlern. Aus einer intellektuellen Krise rettete sie sich in eine lebensreformerische Gemeinschaft. Hier entstanden ihre frühen bildgewaltigen Gesänge um Begehren und Liebe. Die Begegnung mit einem "Vagantendichter" erlöste sie aus ihren Selbstzweifeln. Er erkannte in ihr die überragende poetische Begabung einer "Sappho, der die Welt entzwei gegangen ist". Nach seinem Tod setzte sie ihm ein berührendes Denkmal in ihrem ersten Prosawerk. Ihr Leben, ihre Werke und ihre intensiven Briefwechsel prägte fortan eine poetische Selbstmythisierung, mit der sie sich von einer brüchigen Identität befreite. Der Ort der Figuren, in die sie sich verwandelte, war ein imaginärer Orient – das Sinnbild ihrer religiösen Sehnsucht. Nach ihrer Emigration wandelte sich ihre Kunst zum priesterlichen Dienst, zweimal reiste sie in das Land, dem sie sich zugehörig fühlte. Auf der zweiten Reise wurde ihr die Rückkehr von dort verweigert. Sie lebte verarmt sechs Jahre in der Stadt, in der sie niemand kannte, und starb an einem Herzanfall. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 52:

John Travolta, geb. 1954 in New Jersey, wurde 1977/78 als tanzender Hauptdarsteller in "Saturday Night Fever" und "Grease" weltberühmt. 1994 glückte dem Schauspieler in Tarantinos "Pulp Fiction" ein Comeback. In der Tanzszene mit Uma Thurman zitiert er seine eigene Vergangenheit. Umstritten ist Travolta vor allem als Mitglied der Church of Scientology